Wer das Klima schützen will, darf Profis und Schüler nicht länger gegeneinander ausspielen.

Seit wir auf der Welt sind, hat sich einiges zusammengebraut. Die Digitalisierung, die Krise Europas und natürlich der Klimawandel. Wir sind aufgewachsen in einer Wirklichkeit, in der wir die Folgen der Erderwärmung selbst zu spüren bekommen, zum Beispiel durch die Hitzesommer. Informationen über die Auswirkungen des Klimawandels auf der ganzen Welt erreichen uns außerdem über die sozialen Medien schnell, einfach und ungefiltert. Das macht uns große Sorgen. Gleichzeitig treibt uns der Wunsch an, dagegen selbst etwas zu unternehmen.

Auch weil wir schnell gemerkt haben, dass es sonst kaum jemand macht. Es muss etwas geschehen, aber es passiert nicht genug. Wir sind enttäuscht von der Politik und wie sie auf die großen Herausforderungen reagiert. Zu langsam, zu wenig innovativ. Es ist mittlerweile offensichtlich, dass Deutschland die Ziele des Pariser Klimaabkommens nicht erreichen wird, und das, obwohl der Klimawandel kaum mehr aufzuhalten ist.

Die Europawahl hat gezeigt, dass Themen, die vor allem uns jungen Menschen am Herzen liegen, die politische Debatte bestimmen können. Das ist in erster Linie der "Fridays for Future"-Bewegung zu verdanken. Sie hat dafür gesorgt, dass unsere Stimmen wahrgenommen werden, und hat die Abstimmung zu einer ökologischen Wahl gemacht.

Deswegen werden wir jetzt auch die "politische Generation" genannt. Und ja, es stimmt. Wir engagieren uns heute auf ganz unterschiedliche Weise. Klimawandel ist in unserer Generation ein großes Thema, weil es für uns eben existenziell ist, ob die Erde sich um anderthalb oder drei Grad erwärmt. Daher steigt auch die Bereitschaft, selbst aktiv zu werden.

Und wie reagiert die Politik darauf? Meistens kommt es nicht einmal zu einem echten Gespräch, weil sie uns eben nicht ernst nimmt. Im Fall von "Fridays for Future" äußerten viele Politiker Unverständnis für die Bewegung. So forderte etwa FDP-Chef Christian Lindner, die Klimapolitik lieber den Profis zu überlassen, da nur sie alle Zusammenhänge sehen und verstehen könnten. Dieses Ausschließen unserer Generation führt zu einer Spaltung zwischen den Jungen und den Älteren. Eine Kluft, die wir uns angesichts des komplexen und dringlichen Problems des Klimawandels nicht mehr erlauben können.

Klar ist: Wir haben keine Lust mehr zu warten und auch keine Zeit mehr, nur Forderungen aufzustellen. Wenn wir wirklich langfristig und nachhaltig etwas verändern wollen, müssen wir aktiv mitmischen.

Daher haben wir persönlich auch einen anderen Weg als die "Fridays for Future"-Bewegung gewählt, um das Klima unserer Erde zu schützen. Wir haben uns entschieden, im Rahmen des YES! – Young Economic Summit selbst eine konkrete Idee zu erarbeiten und diese gemeinsam mit Wissenschaftlern voranzubringen.