Ich nenne ihn hier Florian. Er war neun Jahre alt, ein sonniger Junge, begabt, sportlich, ein Mittelpunkt, um den sich alles scharte. Er ging in die dritte Klasse der Freien Waldorfschule Graz, ich war seine Klassenlehrerin. Auch wenn es schon 20 Jahre her ist, werde ich den Tag nie vergessen, als ich diesen Anruf bekam. Es war Ostern. Ich war in meinem Arbeitszimmer, als mich der Vater eines anderen Schülers anrief. Florians Eltern hatten ihn informiert, jetzt überbrachte er mir die Nachricht: Florian war beim Baden ertrunken. Am Karfreitag, im Urlaub in Griechenland. Soweit ich weiß, konnte nie geklärt werden, was genau passiert war. Seine Eltern zerrten ihn aus dem Wasser, aber es war zu spät. Florian war tot.