Walter Noack glaubt, er sei auf alle Katastrophen vorbereitet. Er ist ein "Prepper": Der Begriff ist abgeleitet vom englischen to be prepared und meint all jene, die für den unweigerlich bevorstehenden Endkampf gerüstet sind. Noacks Lager mit Lebensmitteln sind auf dem neuesten Stand, in den Wäldern und Parks von Berlin hat er Überlebensdepots angelegt. Jede Nacht schwimmt er fünf Kilometer in der Spree gegen die Strömung. Das ist nicht metaphorisch zu verstehen, Noack schwimmt für seine Fitness. Er fühlt sich sicher: "Wenn die Stunde kam, war ich gerüstet und fähig zu reagieren." Noack ist 44, geschieden, der Sohn erwachsen. Wie gefangen in einem alten Atari-Game kämpft er als Putzbube der Online-Redaktion jede Nacht mit den Leserkommentaren zu den Artikeln der großen Zeitung. Ihr Hochhaus war in den Sechzigerjahren an der Berliner Mauer errichtet worden.