Manchmal verbirgt sich der ganze Irrsinn eines Systems in einem beiläufigen Satz. Er steht auf Seite 28 des Entwurfs zum Starke-Familien-Gesetz, das gerade in Kraft getreten ist. Man schätze, "dass etwa 35 Prozent der Berechtigten den Kinderzuschlag tatsächlich in Anspruch nehmen werden", heißt es da. In anderen Worten: Familienministerin Franziska Giffey und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil feiern eine Reform, bei der sie von vornherein davon ausgehen, zwei von drei Adressaten nicht zu erreichen. Wer soll an so eine Maßnahme glauben, wenn die Verantwortlichen es selbst nicht tun?