Mit 21 Jahren fand der Bauernsohn eine journalistische Arbeit bei einem Lokalblatt, wenig später heuerte er bei einer prominenten Zeitung an. Am liebsten schrieb er Berichte über Firmen und ihre Zukunftsaussichten. Sorgfältige Recherchen wurden zu seinem Markenzeichen, sein Beruf lieferte ihm den Schlüssel zu seinem späteren Erfolg. Interviews mit Finanziers schärften seinen Blick für Mechanismen und Risiken von Geldanlagen.

Nach dem Sprung in eine prosperierende Metropole fand er einen Partner für eine Agentur, die täglich Nachrichten aus der Finanzwelt anbot und das Vertrauen der Investoren gewann. Zwei Jahre später wandelte er die Agentur in eine unabhängige Wirtschaftszeitung um.

In der Erholungsphase nach einer Wirtschaftskrise, als der Handel mit Anteilen boomte, sah er eine Chance für ein Instrument, das in einem spekulativen Markt Orientierung schaffen sollte. Mit einer einfachen Formel bildete er Bewegungen am Markt ab, verzichtete jedoch auf den Anspruch, Entwicklungen vorhersagen zu können. Er wolle lediglich Entscheidungen erleichtern, sagte er. Wer sein Vermögen mehren will, kennt seinen Namen und den seines Partners. Ihre Erfindung kann Euphorie auslösen, aber auch Depression. Dabei hat der Erstgenannte im Firmennamen nichts weiter getan, als genau zu beobachten und Folgerungen daraus zu ziehen.

Seine Kräfte konzentrierte er allerdings auf seine Zeitung und auf ihre Morgenausgabe mit dem Schwerpunkt Politik. Kurz nach seinem Rückzug aus dem Tagesgeschäft starb er in den besten Jahren. Wer war’s?

Lösung aus Nr. 28:

Gilberto Gil, geb. 1942 in Salvador da Bahia, zählt neben seinem Mitstreiter Caetano Veloso zu den Musikerlegenden Brasiliens. Die beiden begründeten Ende der Sechzigerjahre den Tropicalismo. In Gils Kompositionen finden sich Elemente aus Bossa nova, Jazz, Rock, Reggae und afrikanischer Musik. Von 2003 bis 2008 war er Kulturminister der Regierung Lula. Seine vierte Frau Flora ist auch seine Managerin