Beim Dortmunder Sparkassen Chess Meeting ist eine neue Zeitrechnung angebrochen: das Jahr 1 nach Wladimir Kramnik! Der russische Ex-Weltmeister hatte dieses Weltklasseturnier, bei dem schon alle lebenden männlichen und weiblichen Weltmeister ihre Aufwartung machten, seit seiner ersten Teilnahme als 17-Jähriger 1992 bis zum letzten Jahr geprägt und schier unglaubliche zehn Mal gewonnen. Doch Anfang des Jahres erklärte der 43-Jährige seinen Rücktritt vom Wettkampfschach.

Kurioserweise betritt indes nun ein anderer 43-Jähriger erstmals die große Dortmunder Bühne: eine Geschichte wie ein Märchen. Kaido Külaots aus Estland, dem Land des großen Paul Keres, fiel international nie auf, bis er das diesjährige Aeroflot Open in Moskau gewann und damit nicht nur 18.000 Euro einheimste, sondern als besondere Belohnung auch die Teilnahmeberechtigung für Dortmund erlangte. Der älteste und "schwächste" Aeroflot-Sieger bis dato, der als Nr. 62 der Setzliste gerade noch ins Feld rutschte, wirbelte dieses mit einer weltmeisterlichen Elo-Leistung von 2872 durcheinander, wobei er mit Schwarz vier der größten Jungtalente der Welt, darunter der Chinese Wei Yi, besiegte.

Den 18-jährigen iranischen Juniorenweltmeister Parham Maghsoodloo setzte er als Schwarzer gar mit einem Paukenschlag in zwei Zügen matt – mit einem analogen Motiv verteidigte übrigens Magnus Carlsen 2016 seinen WM-Titel gegen Sergej Karjakin. Wie kam’s?

Lösung aus Nr. 28:

Wie setzte Schwarz den eingeklemmten weißen König in spätestens vier Zügen matt?

Nach 1...g5+! 2.fxg5 Tb4+ gab Weiß schon wegen 3.Ld4 Txd4+ 4.f4 Dxg5 matt auf. Allerdings war auch gleich 1...Tb4! mit der Drohung 2...Dg5 matt sehr gut