Immer jünger, immer besser! Dem jetzigen Weltmeister Magnus Carlsen prophezeite Garri Kasparow schon mit 12 den Titel, hierzulande weckt der 14-jährige Vincent Keymer große Hoffnungen. Doch sind die beiden, wie manch anderer, letztlich unerklärliche Einzelfälle, quasi "Ausrutscher".

Anders in Indien. Durch den ehemaligen Weltmeister Viswanathan Anand, der mit bald 50 immer noch zu den Besten der Welt zählt, ist eine riesige Schachbegeisterung entfacht worden. So ist Schach in seinem Heimatstaat Tamil Nadu mit circa 80 Millionen Einwohnern Schulfach, überall sprießen die Talente empor. Aus seiner Stadt Chennai allein ziehen drei "Wunderkinder" über die Schachturniere dieser Welt: Rameshbabu Praggnanandhaa (noch 13), Nihal Sarin (gerade 15 geworden) und Dommaraju Gukesh (gerade 13 geworden) – allesamt schon Großmeister. Gukesh, der Jüngste der drei, erhielt den Titel als Zweitjüngster aller Zeiten mit 12 Jahren, 7 Monaten und 17 Tagen, nur der Russe Sergej Karjakin war noch 17 Tage jünger. Gukeshs Schule (!) unterstützt ihn mit 7000 Dollar jährlich, sein Vater, ein HNO-Arzt, begleitet ihn zu den Turnieren – die Patienten mögen sich bitte derweil an einen Kollegen wenden. Unvorstellbar bei uns.

Beim Grenke Chess Open in Karlsruhe wurde Gukesh geteilter Erster (letztes Jahr gewann sensationell Vincent Keymer allein), in der letzten Runde besiegte er den kroatischen Großmeister Marin Bosiočić. Mit welcher Finte gewann Gukesh als Schwarzer?

Lösung aus Nr. 29:

Wie setzte Schwarz mit einer fantastischen Idee in nur zwei Zügen matt?

Nach dem Turmopfer 1...Ta3+!! gab Weiß schon auf, weil er sowohl nach 2.Kxa3 Da1 als auch nach 2.bxa3 Db1 matt ist