Alexander von Humboldt war vielleicht der erste wissenschaftliche Popstar der Moderne. Zu seinem 100. Geburtstag, zehn Jahre nach seinem Tod, gab es Feiern in New York, Buenos Aires, Paris und Berlin, zu denen Zehntausende Menschen strömten. Seine Bücher waren Bestseller der damaligen Zeit. Und so wurden nicht nur Tiere und Pflanzen, sondern auch Straßen und Städte nach dem Naturforscher benannt – in Deutschland, aber auch in der ganzen Welt, besonders in Lateinamerika, wohin ihn seine wichtigsten Forschungsreisen führten.

Die mächtige Meeresströmung an der Westküste Südamerikas trägt seinen Namen – Humboldt-Strom –, und mindestens vier Berge sind nach ihm benannt. In den USA ist der Forscher zwar deutlich weniger bekannt, aber acht Städte und drei Landkreise heißen Humboldt, und um ein Haar wäre der Bundesstaat, in dem Las Vegas liegt, nicht Nevada, sondern Humboldt genannt worden. Die Humboldtstraßen und -plätze kann man kaum zählen. Sogar im Weltraum ist der Forscher verewigt: Ein Asteroid und eine Kette von Mondkratern sind nach ihm benannt.

Das ist eindrucksvoll, aber ist es wirklich Weltrekord? Es gibt ja sehr prominente Konkurrenten von George Washington über Johann Wolfgang von Goethe bis Queen Victoria. Vor 50 Jahren veröffentlichte der Historiker Ulrich-Dieter Oppitz eine Sammlung von 1000 geografischen Namen, für die Alexander von Humboldt und sein Bruder Wilhelm Pate gestanden hatten. Oppitz kam tatsächlich zu dem Schluss: Nach keinem anderen Menschen sind mehr Orte benannt worden.

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