Es sind knapp 50 Kilometer von der Ortschaft Brumadinho bis nach Belo Horizonte, der Hauptstadt des Bundesstaats Minas Gerais. Rund anderthalb Stunden braucht man mit dem Auto für die kurze Distanz im Südosten Brasiliens.

Und irgendwo auf der Strecke zwischen der Hauptstadt und der Siedlung verläuft eine unsichtbare Grenze: zwischen der Welt des brasilianischen Bergbaus mit ihren ganz eigenen Gesetzen – und der des brasilianischen Rechtsstaats. Der wird in einem zwölfstöckigen Betonbau in Belo Horizonte von Andressa de Oliveira Lanchotti vertreten. Sie ist Staatsanwältin und seit 20 Jahren auf Umweltverbrechen spezialisiert.