Die Szene spielt in einem Restaurant des Münchner Glockenbachviertels, Frühjahr 1994. Dramatis personae sind die Erziehungswissenschaftlerin Katharina Rutschky, Kurt Scheel, der einflussreiche Herausgeber des Merkur, und ich – einige Jahre jünger als die beiden, von ihrer Einladung geehrt und eifrig um Erzeugung von Wohlgefallen bei den Älteren und irgendwie Eingeweihteren bemüht. Der Abend ist schon einigermaßen fortgeschritten, als mir – durch Alkohol und Kooptierungswonne unvorsichtig geworden – ein Fauxpas unterläuft. Robert Schneiders Roman Schlafes Bruder, reite ich in mein Unglück hinein, hätte ich neulich gelesen, und – ich müsse es sagen – das habe mich "aus irgendwelchen Gründen irgendwie sehr berührt" (oder so ähnlich).