Im vergangenen Herbst war ich auf einem Kongress der deutschen Stadtwerke. Da gab es vormittags Expertenvorträge zur Verletzlichkeit digitaler Infrastrukturen von sehr kompetenten Offizieren der Bundeswehr sowie Fachleuten der Bundesämter für Sicherheit in der Informationstechnik beziehungsweise für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Deren Aussagen zur Versorgungssicherheit unter Bedingungen eines großen Stromausfalls oder erfolgreicher Cyberattacken stimmten einen eher nicht optimistisch. Am Nachmittag dann gab es Vorträge zu Smart Citys, und die zeichneten ganz wunderbare Bilder unserer digitalen Zukunft – sorglose Menschen in intelligenten Umgebungen, geshuttelt von autonomen E-Autos und in den Schlaf gesungen von Alexa. Oder so ähnlich. Was interessant war: Niemand stellte eine auch nur zarte Verbindung zum Vormittag her. Die smarte neue Weltbeglückung spart die nicht gar so smarte analoge Energieversorgung sowieso aus. In der Smart City gibt es auch keine soziale Ungleichheit, keine Konflikte, keine Graffiti, keine Kriminalität, keine Prostitution und so weiter, also eigentlich überhaupt keine soziale Welt, die nun mal weder smart noch binär ist.