Abgesehen von der auf EU-Ebene erlassenen Datenschutz-Grundverordnung, natürlich viel gescholten und bejammert, den Debatten um das Urheberrecht und die Digitalsteuern fällt doch auf, dass, gemessen an der Eindringtiefe der Digitalisierung in alle Nischen der Lebenswelt, in die Waren- und die Denkformen, das politische Problembewusstsein frappierend niedrig ist. Alle Versuche, die Digitalisierung in ihren Wirkungen auf die demokratische Ordnung zu politisieren, sind gescheitert. Immerhin: Wie man auf der diesjährigen Digital-Konferenz re:publica deutlich spüren konnte, ist die Euphorie der Netzgemeinde inzwischen doch erheblicher Ernüchterung gewichen. Die "Liquid Democracy" hat sich in eine demokratisch kaum einzuhegende Macht der Digitalkonzerne verwandelt, vor der alle verwundert stehen und sagen: Aber so haben wir uns das eigentlich nicht vorgestellt!