An den schlimmsten Sommer seines Lebens erinnert sich der Junge, der hier Jamal heißen möchte, so: Es war das Jahr 2010, er war gerade aus Mekka heimgekehrt und saß, 20 Jahre alt, im Religionsunterricht seiner Schule im dänischen Aarhus. Der Islam, sagte eine Mitschülerin, sei eine Re­li­gion aus der Steinzeit, barbarisch und unmenschlich. In Mekka hatte Jamal mit Muslimen aus der ganzen Welt gebetet. Aus Ägypten und Tunesien, aus den USA und China, aus seiner alten Heimat Somalia, in der noch immer Krieg herrschte, und seiner neuen Heimat Dänemark, in die er als Fünfjähriger mit seiner Familie geflohen war. Zum ersten Mal hatte er religiöse Ekstase verspürt – und jetzt beleidigte dieses Mädchen dieses Gefühl. Jamal sprang auf und schrie: "Dich müsste man steinigen, so wie du redest!"