Und jetzt: attacca und Attacke! Presto, Fortissimo! Jagende Achtel mit oktavweit aufgesperrten Mäulern in finsterem d-Moll, so beginnt das Finale von Beethovens Neunter Sinfonie – und handelt sich für dieses Zitat aus ihrem ersten Satz sogleich eine Abfuhr ein. Och nö, näseln die Celli und Bässe unisono, nicht schon wieder Kampf und Schöpferchaos, hier geht es um Größeres. Um etwas, das nur sie, die tiefen Streicher, kennen. Und vorerst nicht preisgeben. Es folgen das zweite Zitat aus dem zweiten Satz mit der zweiten Abfuhr und das dritte Zitat aus dem dritten samt dritter Abfuhr. Nichts taugt mehr, nichts Bisheriges hat Bestand, und die Herren Kontrabassisten und Cellisten der Berliner Philharmoniker vertreten diesen Systemwechsel am vergangenen Freitag so apodiktisch, so minutiös, als hätten sie ihre Fräcke gegen gesetzesdienerische Uniformen eingetauscht.