Der gute Deutsche von heute ist eine nicht besonders komische Karikatur seiner selbst. Er hat schon mal überlegt, ob er nicht eine syrische Familie bei sich aufnehmen sollte, es dann aber leider doch nicht gemacht. Er würde die Kapitänin Rackete gern zum Essen einladen, allerdings nur, wenn sie vorher duscht, er hat vermutlich den Twitter-Account der Zwei-Schritte-vorwärts-einen-Schritt-zurück-Antisemitin und Super-Migrantin Ilhan Omar abonniert. Und vor allem hasst er mit jeder Faser seines glutenfreien, protestantisch-antifaschistischen Körpers den großen chinesischen Künstler Ai Weiwei, der ausgerechnet im historischen Sommer 2015, nach Jahren übelsten Geheimdienst-Terrors, in Deutschland strandete.