Wenn der Rat der Evangelischen Kirche an diesem Freitag über die Einrichtung eines Antisemitismusbeauftragten diskutiert, wird er sich zunächst mit unangenehmen Fragen beschäftige müssen: Warum eigentlich fallen ausgerechnet die Protestanten immer wieder mit antijüdischen und antiisralischen Ressentiments, zum Teil mit sehr klarem Antisemitismus auf? Sind Entgleisungen wie die eines Heidelberger Theologieprofressors oder der umstrittene Vortrag des Nordkirchen-Bischofs Hans-Jürgen Abromeit Einzelfälle oder steckt mehr dahinter: Ist die antijüdische Tradition seit Martin Luther womöglich auch in der evangelischen Kirche von 2019 noch immer präsent?