"Der Schlaf ist doch die köstlichste Erfindung", lässt Heinrich Heine den Gauner John in seinem Drama William Ratcliff sagen, als der sich gähnend vom Boden einer Herberge erhebt. Im Bild der "Erfindung" steckt heute, fast zweihundert Jahre später, eine unerwartete Wahrheit. Denn Millionen Menschen in den westlichen Industrieländern ist für diese Erfindung die Gebrauchsanweisung abhandengekommen: Nachts wälzen sie sich schlaflos im Bett, tagsüber schlummern sie mitunter im völlig unpassenden Moment ein. "Die Müdigkeit der Leistungsgesellschaft" habe von diesen Menschen Besitz ergriffen, sagt der koreanische Philosoph Byung-Chul Han. Und Schlafforscher teilen seine Diagnose.