Ein langer Weg hatte den kleinen und zarten Zwanzigjährigen in die Universitätsstadt am Strom geführt. Schon als Schüler hatte er Gedichte und Schauspiele geschrieben, ein melodramatisches Epos war veröffentlicht worden. Sein Theologiestudium hatte er abgebrochen und sich literarischen Studien gewidmet. In der neuen Umgebung genoss er bald den Ruf eines "Kerls" und nannte einen jungen Dichter "Bruder". Er schrieb und übersetzte wie im Rausch und stürzte sich in hoffnungslose Liebschaften. Seine Dramen über Menschen, die in den Fesseln ihres Standes scheitern, machten ihn bekannt, jedoch blieb er "arm wie ein Bettler".

Auf der Suche nach einer Anstellung reiste er zu seinem "Bruder". Der wollte nichts für ihn tun und ließ ihn abschieben. Auf seiner rastlosen Wanderschaft fielen Freunden Anzeichen einer Geisteskrankheit auf, sie bewogen ihn, Hilfe zu suchen. Also "ging er durchs Gebirg" zu einem heilkundigen Pfarrer, beruhigte sich ein wenig, dann brach seine Verwirrung wieder aus, als er versuchte, ein totes Mädchen zum Leben zu erwecken.

Sein Bruder holte ihn in die Heimat, dort bewarb er sich erfolglos um Anstellungen, auch in der neuen Hauptstadt, dann in der alten Metropole. Nach einer kurzen Zeit der Erholung, in der er übersetzte, Artikel schrieb und unterrichtete, verfiel er wieder in "Wahnsinn". Am Ende lebte er kümmerlich von Almosen. Eines Morgens im Frühsommer wurde er tot auf der Straße gefunden. Ein Unbekannter ließ ihn bestatten, sein Grab kennt niemand. Wer war’s?

Lösung aus Nr. 36:

Romy Schneider (1938–1982) wurde mit der Sissi-Trilogie zum Star. Sie entfloh dem Kitschkino nach Frankreich, in Claude Sautet fand sie "ihren" Regisseur, in Michel Piccoli ihren Film-Traumpartner. Sie drehten u. a. Die Dinge des Lebens und Mado. Knapp ein Jahr nach dem Unfalltod ihres Sohnes David starb sie an Herzversagen