Der spanische Cellist Pablo Casals spielte noch mit 93 täglich fünf Stunden Cello. "Warum?", wurde er gefragt. Seine Antwort: "Ich habe den Eindruck, ich mache Fortschritte." Vielleicht sieht Jefim Rotstein das ähnlich, der mit 86 zum vierten Mal die Deutsche Seniorenmeisterschaft 65+ gewann – mit 8 Punkten aus 9 Partien vor 172 weit jüngeren Rivalen! In jedem Fall ist der wissenschaftliche Segen nicht weit: "Die Herausforderung deines Gehirns kann positive Wirkungen haben. Seine Plastizität hängt direkt vom Entstehen neuer Dendriten ab, die elektrische Signale im Gehirn befördern. Wir können neue Gehirnzellen bilden, auch wenn ein Jahrhundert lang das Gegenteil behauptet wurde" (Dr. Gene D. Cohen von der George-Washington-Universität).

Und im Schach-Magazin 64 schreibt Hartmut Metz: "Der Altmeister von Tornado Hochneukirch hielt das, was der Name seines Vereins verspricht: Er fegte über seine Gegner hinweg."

Für diesen Tornado-Stil des so ungestüm-jugendlichen alten Herrn mag sein Überfallsieg von der Senioren-Mannschafts-WM 65+ letztes Jahr in Dresden sprechen, als er den Schweizer Internationalen Meister Andreas Huss nach einem Läuferopfer in nur 15 Zügen besiegte. Vermutlich war Huss als Weißer trotz seines ins Freie gezerrten Königs zuversichtlich, zumal der Figurenrückgewinn 1...Lxf1 2.Dxf1 Dxa4 am tückischen Zwischenschach 2.De1+! scheitert. Doch nach dem nächsten schwarzen Zug gab er schon auf – wie kam’s?

Lösung aus Nr. 36:

Welcher schwarze Opfereinschlag führte zum Damengewinn oder gar zum Matt?

Nach 1...Lxh2+! 2.Kxh2 Dh4+ 3.Kg1 Sg3! drohen sowohl 4...Dh1 als auch 4...Sxe2 matt. Auch 4.Lh7+ Kh8! half nicht – Weiß verliert in jedem Fall mindestens die Dame