Nun gibt es in diesem Film, der den Goldenen Bären der Berlinale gewonnen hat, tatsächlich eindrückliche, ergreifende Szenen. Wenn der junge, auf unklare Weise traumatisierte, aus Israel ausgewanderte Yoav (Tom Mercier) atemlos durch seine neue Heimat Paris hetzt, neu gelernte französische Vokabeln und Synonyme vor sich hin sagt und dabei nur auf das Kopfsteinpflaster schaut und niemals hinauf auf die prachtvollen Gebäude, dann verstärkt die verwackelte Handkamera dieses wilde, rastlose, unerfüllte Herz, und man folgt ihm gebannt. Und man vergisst auch so schnell nicht, wie Yoav in einem Integrationskurs sitzt, um die französische Staatsbürgerschaft zu erlangen, und die martialische Marseillaise so übertrieben laut absingt, dass es einen schaudert. Überhaupt ist es die offensiv zur Schau gestellte Körperlichkeit, das sexuelle Verlangen, die unterdrückte Gewalt, die pornografische Entschiedenheit mancher Einstellungen, die haften bleiben.