Weit, flach und trocken ist das Land, von einer monatelang andauernden Dürre geplagt. Und weitgehend unbesiedelt, man fährt, von Montpellier kommend, durch eine menschenleere Landschaft, durch Platanenalleen und Dörfer, die mit ihren Steinhäusern zeitlos wirken und ausgestorben. In der Ferne erheben sich etwas unwirklich helle Felsen, die Cevennen, der südliche Teil des französischen Zentralmassivs mit seinen tiefen Schluchten. Nach zwei Stunden in dieser Tiefebene zwischen Meer und Bergen gelangt man in das Renaissance-Städtchen Barjac, das so pittoresk südfranzösisch aussieht wie ausgedacht. Von hier aus führt ein schmaler Weg hinauf zu einer stillgelegten Seidenfabrik, wo der Künstler Anselm Kiefer in diesem Sommer für eine Weile wieder lebt und arbeitet, weit entfernt von seinem Hauptatelier bei Paris.