Wroomwroom dröhnt es aus Wolfgang Joops Anwesen. Ein junger, schöner Muskelmann mit blonden Haaren läuft gerade durch den Hof, in der Hand hält er einen Laubbläser, mit dem jagt er welke Blätter über den Holzzaun, auf die kleine Straße, die bis zum Schlosspark Sanssouci führt. Der Modemacher, Fernsehstar ("Germany’s Next Topmodel") und coole deutsche Weltmann Joop, demnächst 75 Jahre alt, hat gerade seine Autobiografie veröffentlicht, "Die einzig mögliche Zeit" heißt das nachdenkliche, lustige, böse Buch. Joop lebt inzwischen wieder im Potsdamer Stadtteil Bornstedt, wo er den alten Bauernhof seiner Großeltern hat herrichten lassen, auf dem er aufgewachsen ist. Es geht vorbei an verschiedenen Hunden (unter anderem Lieschen, halb Ridgeback, halb Riesenschnauzer, "Mein Babyli!", ruft Joop), auf die großzügige Terrasse des Haupthauses. Von hier können wir seine schicke Kunstsammlung drinnen und seinen beeindruckenden Garten draußen überblicken. Links und rechts blühen blaue Schmucklilien, ein Birnbaum fängt unseren Blick, weiter hinten stößt der gepflegte Rasen an einen großen Teich. Auf dem gedeckten Tisch warten Blaubeeren und Schlagsahne auf uns. Joop isst während des Gesprächs nichts davon.