Das war die Position der Liberalen

Welche Aufgabe hat der Synodale Weg?

"Angestrebt ist die Klärung von zentralen Problemfeldern: Macht und Gewaltenteilung, Sexualmoral, Priesterliche Lebensform, Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche."

Wer darf mitmachen?

"Der Synodalversammlung des Synodalen Weges gehören an: die Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz, 70 Mitglieder des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, 10 Vertreterinnen/Vertreter der Orden, 2 Generalvikare, 5 Vertreterinnen/Vertreter des Berufsverbands der Pastoralreferenten und Pastoralreferentinnen Deutschlands, 5 Vertreterinnen/Vertreter der Konferenz der Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten, 10 Vertreter der diözesanen Priesterräte, 5 Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Ständiger Diakone in Deutschland, bis zu 15 von der Deutschen Bischofskonferenz und bis zu 15 vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken benannte katholische Frauen und Männer (unter Berücksichtigung auch weiterer Berufsgruppen). (...) Die Synodalverfassung ist das oberste Organ und fasst die Beschlüsse. Die Mitglieder der Synodalversammlung haben gleiches beschließendes Stimmrecht."

Wie soll es laufen?

"Für die inhaltliche Arbeit des Synodalen Weges sind folgende Foren eingerichtet: 'Macht und Gewaltenteilung', 'Sexualmoral', 'Priesterliche Lebensform', 'Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche'. Die Synodalforen erarbeiten die Vorlagen für die Synodalversammlung. Mitglieder der Synodalforen des Synodalen Weges sind nach Ernennung durch das Synodalpräsidium für die Dauer des Synodalen Weges: Mitglieder der Synodalversammlung, Beraterinnen und Berater."

Wer darf was wissen?

"Die Sitzungen der Synodalversammlung sind presseöffentlich. Über Ausnahmen entscheidet das Synodalpräsidium."

Wie verbindlich ist das Ganze?

"Für die Annahme einer Vorlage in der Schlussabstimmung ist eine Zweidrittelmehrheit der anwesenden Mitglieder erforderlich, die eine Zweidrittelmehrheit der Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz enthält. (...) Die Vollmacht der Bischofskonferenz und der einzelnen Diözesanbischöfe, im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeit Rechtsnormen zu erlassen und ihr Lehramt auszuüben, bleibt durch die Beschlüsse unberührt."

Version von ZdK und DBK; Stand: 1. August 2019

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Das war die Position der Konservativen

Welche Aufgabe hat der Synodale Weg?

" 1. die Förderung der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Katholischen Kirche sowie die Suche nach Lösungen, um weitere Verbrechen zu verhindern. Die bisherigen Maßnahmen werden einer kritischen Beratung unterzogen.

2. eine tiefgreifende Befassung mit der Glaubenskrise, wie sie Papst Franziskus angeregt hat. Dazu gehören die Analyse der Gründe für die Glaubenskrise und die Überprüfung der bisherigen Evangelisierungskonzepte. Im Rahmen des 'Primats der Evangelisierung' sollen Neuansätze zur Glaubensvermittlung und -weitergabe erarbeitet werden, die einerseits im Glauben der Weltkirche verwurzelt sind und andererseits die besonderen Gegebenheiten in unserem Land berücksichtigen."

Wer darf mitmachen?

"Der Synodalvollversammlung des ›Synodalen Weges‹ gehören 175 Mitglieder an: 27 Diözesanbischöfe, 13 Weihbischöfe, 62 Mitglieder des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, 27 Weltpriester, 12 Ordensmänner bzw. -frauen, 10 Vertreter aus den Neuen Geistlichen Gemeinschaften, 4 Pastoralreferenten/-innen, 4 Gemeindereferenten/-innen, 4 Dekane der Katholisch-Theologischen Fakultäten, 3 Generalvikare, 3 Gerichtsvikare, 3 Regenten, 3 Ständige Diakone. Die 175 Mitglieder der Synodalvollversammlung haben gleiches beschließendes Stimmrecht."

Wie soll es laufen?

"Der 'Synodale Weg' als Beratungsgremium errichtet inhaltlich folgende Foren, um für die zwei Schwerpunktthemen 'Sexueller Missbrauch' und 'Primat der Evangelisierung' Vorlagen für die Synodalvollversammlung zu erarbeiten: 'Sexueller Missbrauch', 'Die Sendung der Laien im Dienst der Evangelisierung', 'Jugendpastoral/Jugendkatechese in den Pfarreien, Verbänden und Gemeinschaften', 'Ehe- und Familienpastoral in den Pfarreien, Verbänden und Gemeinschaften', 'Berufungspastoral', 'Theologie und Religionsunterricht im Dienst der Evangelisierung', 'Spiritualität und Evangelisierung'. Den Synodalforen gehören als Vollmitglieder mit gleichem Beratungs- und Stimmrecht die Delegierten der einzelnen Gruppen der Synodalvollversammlung an."

Wer darf was wissen?

"Um zu verhindern, dass von außen durch die Presse eine unrechtmäßige Einflussnahme oder Druck auf die Mitglieder des 'Synodalen Weges' ausgeübt wird, verpflichten sich alle Mitglieder während des Konsultationsprozesses zum Stillschweigen nach außen. (...) Die Presse ist zur Eröffnungs- und Abschlusssitzung des 'Synodalen Weges' zugelassen."

Wie verbindlich ist das Ganze?

"Die Offiziellen Beratungsvoten des 'Synodalen Weges' werden vom Präsidium den Bischöfen der Deutschen Bischofskonferenz als den Trägern der Lehr- und Leitungsgewalt in der Kirche in Deutschland zur Beratung und zur Beschlussfassung übergeben. (...) Jedes vorliegende Beratungsvotum benötigt zur Annahme eine Zweidrittelmehrheit aller Bischöfe (darin enthalten eine Zweidrittelmehrheit der Diözesanbischöfe)"

Version von Rainer Maria Kardinal Woelki (Köln) und Bischof Rudolf Voderholzer (Regensburg); Stand: 19. August 2019

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Darauf hat man sich geeinigt

Welche Aufgabe hat der Synodale Weg?

"Angestrebt ist die Klärung von zentralen Themen- und Handlungsfeldern: Macht, Partizipation und Gewaltenteilung in der Kirche, Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft, Priesterliche Existenz heute, Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche."

Wer darf mitmachen?

"Der Synodalversammlung des Synodalen Weges gehören an: die Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz, 69 Mitglieder des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, 10 Vertreterinnen/Vertreter der Orden, 2 Generalvikare, 3 Vertreterinnen/Vertreter des Berufsverbands der Pastoralreferenten und Pastoralreferentinnen Deutschlands, 3 Vertreterinnen/Vertreter der Konferenz der Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten, 15 Vertreter der diözesanen Priesterräte , 3 Ständige Diakone, bis zu 10 von der Deutschen Bischofskonferenz und bis zu 10 vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken benannte katholische Frauen und Männer, 3 Delegierte aus dem Katholisch-Theologischen Fakultätentag. (...) Die Synodalverfassung ist das oberste Organ und fasst die Beschlüsse. Die Mitglieder der Synodalversammlung haben gleiches beschließendes Stimmrecht."

Wie soll es laufen?

"Für die inhaltliche Arbeit des Synodalen Weges sind folgende Foren eingerichtet: 'Gemeinsam Kirche sein – Macht, Partizipation und Gewaltenteilung in der Kirche', 'Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft', 'Priesterliche Existenz heute – Amt und Lebensform des Priesters', 'Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche'. Die Synodalforen erarbeiten die Vorlagen für die Synodalversammlung. Mitglieder der Synodalforen des Synodalen Weges sind nach Ernennung durch das Synodalpräsidium für die Dauer des Synodalen Weges: Mitglieder der Synodalversammlung, Beraterinnen und Berater."

Wer darf was wissen?

"Die Sitzungen der Synodalversammlung sind presseöffentlich. Ein Livestream wird angeboten. Über Ausnahmen entscheidet das Synodalpräsidium."

Wie verbindlich ist das Ganze?

"Für die Annahme einer Vorlage in der Schlussabstimmung ist eine Zweidrittelmehrheit der anwesenden Mitglieder erforderlich, die eine Zweidrittelmehrheit der Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz enthält. (...) Beschlüsse der Synodalversammlung entfalten von sich aus keine Rechtswirkung. Sie erlangen Rechtswirkung durch die Inkraftsetzung durch die einzelnen Diözesanbischöfe. Die Vollmacht der Bischofskonferenz und der einzelnen Diözesanbischöfe, im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeit Rechtsnormen zu erlassen und ihr Lehramt auszuüben, bleibt durch die Beschlüsse unberührt."

Version von ZdK und DBK; Stand: 9. September 2019

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Wie der Synodale Weg wurde, was er ist

Die zündende Idee hatte der Münsteraner Bischof Felix Genn: Synodaler Weg – der Titel versprühte Aufbruchstimmung, zugleich konnten die Gläubigen darauf bauen, dass sie mit im Boot sein würden. Sie sollten ja nicht nur dabei sein, gehört werden, sondern genauso mitentscheiden dürfen wie die Bischöfe. Deshalb der definitorische Kunstgriff – und in der Folge das Ringen um eine angemessene Rechtsform. Denn es ist ja nicht so, "dass die Kirche demokratisch strukturiert ist und die Entscheidungen nach Mehrheit der Gläubigen getroffen werden". Eben das hat der Päpstliche Rat für Gesetzestexte kürzlich an einer unfertigen Statutenfassung vom 3. Juli kritisiert.

Doch bis deren Urteil die Verantwortlichen in Deutschland erreichte, war der Entwurf in den heiklen Punkten längst überarbeitet. Den Anlass dafür gab aber keine zwischenzeitliche Eingabe aus dem Vatikan, von dessen mahlenden Mühlen ja weder das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) noch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Reinhard Marx, etwas wussten. Grund war vielmehr ein Gegenentwurf, mit dem der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki und Bischof Rudolf Voderholzer aus Regensburg Mitte August im Ständigen Rat der Bischöfe aufwarteten.

"Synodaler Weg hin zum Primat der Evangelisierung" steht über deren vorgeschlagener Geschäftsordnung, die schon dem Titel nach ganz andere Akzente setzt. Tatsächlich kommen die vier Foren, in denen namhafte Theologen, ZdK-Mitglieder und Bischöfe die "heißen Eisen" längst schon angepackt hatten, gar nicht mehr vor. Stattdessen harmlos klingende Arbeitsgruppen wie "Theologie und Religionsunterricht im Dienst der Evangelisierung" oder "Spiritualität und Evangelisierung", die kaum nach Reformwillen klingen.

Bei der Sitzung des Ständigen Rates der DBK kam es am 19. August in Würzburg zur Kampfabstimmung zwischen den Entwürfen von DBK und ZdK (Stand: 1. August, siehe oben) und den vorgelegten Statuten von Woelki und Voderholzer (siehe oben). Die beiden Bischöfe kassierten mit nur drei Voten für ihren Entwurf eine herbe Niederlage. Bei drei Enthaltungen stimmten 21 Bischöfe für den schon eingeschlagenen Weg.

Trotzdem schafften es Woelki und Voderholzer, dass die schon bestehenden Statuten zumindest überarbeitet wurden. Nach ihrem Intermezzo entstand die Version mit Stand vom 9. September (siehe oben) – am gleichen Tag, an dem Marx das Gutachten aus Rom im Briefkasten hatte. Damit konnte er zwar wahrheitsgemäß kontern, dass die beanstandete Entwurfsfassung "längst überholt" war. Den Gang nach Canossa zu Papst Franziskus ist er dennoch angetreten. Und ob der aktuelle Entwurf tatsächlich so bleiben kann, ist auch nicht sicher. Darüber werden die Bischöfe auf ihrer Herbstvollversammlung in Fulda abstimmen, wenn vorher nicht noch Rom interveniert.

Simon Berninger

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