Als die Mutter mit ihrem acht Wochen alten Baby in der Kindernotaufnahme der Berliner Charité erscheint, ist es noch wach und nuckelt an seinem Schnuller. Es sei ihr, sagt sie, aus der Tragetasche gefallen. Dann habe es sich übergeben, schrill geschrien und sei unruhig gewesen. Sie hatte die Feuerwehr gerufen, das zuständige Krankenhaus am Stadtrand überwies das Kind zu den Fachleuten, der Kinderschutzambulanz der Charité im Bezirk Wedding. Und da sehen die Ärztinnen nun Blutergüsse um die Augen und an der Stirn, stellen fest, dass die Netzhaut hinter dem Auge eingerissen ist. Und fragen sich: Kann es wirklich ein Unfall gewesen sein, bei dem das Baby "aus der Tasche fiel"?