Wenn sich das kleine, aber feine Völkchen der Schachsammler bei seinem jährlichen Treffen der Chess Collectors International vom 3. bis 6. Oktober diesmal in Ströbeck, dem seit dem Mittelalter berühmtesten Schachdorf Deutschlands, und im nahen Halberstadt versammelt, so wird "Der Elefant auf dem Schachbrett" im Mittelpunkt stehen – sogar mit einer gleichnamigen Ausstellung im Schraube-Museum. Vielleicht fragen Sie sich jetzt verwundert, wie der Elefant aufs Schachbrett kam.

Nun denn: Als das Schach um 800 durch die Araber nach Europa gebracht wurde, galten unsere heutigen Läufer noch als Kriegselefanten. Tempora mutantur – im 16. Jahrhundert tauchte der Elefant als Turm wieder auf, und im Indien der Neuzeit ist der Elefant Träger hoher Krieger auf der Position des Königs, der Dame und des Läufers. In Ströbeck schaut man vom Kirchturm auf das Schachmuseum am Platz zum Schachspiel hinunter – mehr Schach geht nicht! Seit 1823 ist Schach Pflichtfach in der Schule, früher mussten die Männer ihre Ehetauglichkeit in einer Partie gegen den Dorfschulzen beweisen – warum eigentlich heute nicht mehr?!

Wenn Sie jetzt wie die deutsche Nationalspielerin Filiz Osmanodja in Ströbeck 2015 als Schwarze trotz größter Gefährdung des eigenen Königs den heutigen Großmeister Dmitrij Kollars in zwei Zügen matt setzen wollen, sollten Sie die Kraft der Elefanten im 16. Jahrhundert verinnerlicht haben. Wie kam’s?

Lösung aus Nr. 40:

Wie eroberte Schwarz am Zug den Läufer a6?

Nach dem Bauernopfer 1...c4! hätte 2.Dxc4 Da7+! nebst Einheimsen des Läufers ebenso wenig geholfen wie das gespielte 2.Lxc4 Lf5!, wonach die angegriffene Dame den Läufer c4 nicht mehr decken konnte (3.Dd4 Se4!)