Oft wurde in den vergangenen Monaten versucht, die Klimabewegung in Worte zu fassen. Immer neue Gedanken, um die Menschen auf der Straße in einen Rahmen zu sortieren, der sie verbindet, zu Millionen, weltweit. Von einer wütenden Generation war zu lesen, von Realisten oder Radikalen. Nun allerdings könnte ausgerechnet ein Moment, der die Bewegung trennt, mehr über sie verraten als viele Augenblicke, die sie einten.

Dieser Moment ereignete sich am vergangenen Sonntag nicht auf der Straße, sondern auf Twitter. Einen Tag bevor in Berlin die Rebellion Wave begann, eine Reihe von Straßenblockaden der Klimagruppe Extinction Rebellion (XR), riet Jutta Ditfurth Menschen davon ab, bei der Protestaktion mitzumachen. Ditfurth, ein Gründungsmitglied der Grünen, war auch aus der Partei ausgetreten, weil ihr deren Positionen zu angepasst schienen. In 15 Tweets mit der Überschrift "Warnhinweis #ExtinctionRebellion" kritisierte sie nun die Haltung und das Vorgehen der Gruppe, die vor etwas mehr als einem Jahr in England gegründet wurde und diese Woche auch in Berlin für viel Aufmerksamkeit sorgt. "XR wird niemals ein kritisches, rationales, linkes Projekt sein", fasste sie ihre Kritik im letzten Satz zusammen.