Behäbig wie eine Schäfchenwolke breitet sich die Sahne in der Teetasse aus. Nicht umrühren, sagt Frau Dresen vom Heimatverein, "wir wollen die Zeit stillhalten". Gemeinsam mit zwanzig anderen Urlaubern hebe ich meine Tasse und nippe an dem Gebräu. Ein bisschen herb für mein Empfinden und entschieden zu süß. "Bitte nachschenken", bestimmt Frau Dresen. Drei Tassen sollen wir mindestens trinken, das gebiete die Höflichkeit. Die Zeit verstreicht wirklich langsam, bis das ostfriesische Teeritual glücklich vollzogen ist. Ist das jetzt, frage ich mich, der Geschmack von Norderney?