Er ist einer der Stillen im Lande und schreibt große Literatur. Das war anfangs nicht für ihn vorgesehen, nach der Schule lernte er zunächst ein Handwerk. Doch schon damals las er alles, was ihm in die Hände fiel, berührt von Sinn und Klang der Worte. Schließlich folgte er seiner Sehnsucht nach einem anderen Leben, einem jenseits von Schweiß und Schweigen. Er zog von West nach Ost, schlug sich als Kneipenkoch und Fahrer durch. Und nachts, wenn alle schliefen, reihte er statt wie früher Stein an Stein jetzt Satz an Satz. Schrieb vom Alltag zwischen Schloten und Schächten. Von Männern und Frauen, die einander fremd bleiben. Von traurigen Kriegsheimkehrern und rauen Rebellen. Und weil er so authentisch genau das Milieu lebendig werden ließ, in dem er aufgewachsen war, hängte man ihm ein Etikett an. Doch ein Arbeiterdichter will er nicht sein, sondern ein Dichter; also schrieb er als Nächstes einen atemlos machenden Roman über Liebe, Sex, Sinnlichkeit. Das zentrale Thema aber, das ihn stets aufs Neue umtreibt, heißt "Krieg"; die Frage, was Angst und Gewalt in jungen Seelen anrichten, was Menschen zu Tätern oder Opfern macht und wie das gehen kann: nach dem Schlimmsten weiterleben.

Längst ist er vielfach preisgekrönt und entzieht sich doch dem Trubel, folgt weiter still seiner Berufung. "Ich habe eine seltsame Vorliebe für Maulwürfe. Also für Tiere, die sich vergraben", sagt er halb ernst, halb im Scherz. Und ich gebe es an dieser Stelle gerne zu: Ich bin seit Langem Fan seiner Erzählkunst. Wer ist’s?

Lösung aus Nr. 41:

Der Reichsritter Götz von Berlichingen (1480–1562) verlor 1504 die rechte Hand, die durch eine Prothese ersetzt wurde. Seine Teilnahme 1525 am Bauernkrieg rechtfertigte er vor dem Reichstag. Mit Kaiser Karl V. zog er gegen den französischen König. Für Goethe war er Gegner des Feudalismus, für Gerhart Hauptmann in "Florian Geyer" ein Opportunist