Gar nicht selten verwandelt sich bei den Größten des Schachs eine erbitterte Gegnerschaft, ja sogar Feindschaft später in ein wohlwollendes Verstehen. So war das bei den sowjetischen Weltmeistern Michail Botwinnik und Wassili Smyslow, die 1954, 1957 und 1958 dreimal um die WM-Krone spielten. So war das bei ihren Landsleuten Anatoli Karpow und Garri Kasparow, die sich von 1984 bis 1990 bei sogar fünf WM-Duellen gegenübersaßen und sich jenseits des Schachbretts mit Schmähungen überhäuften, aber die später, nachdem alle Schlachten geschlagen waren, miteinander Karten spielten. Kasparow unterstützte Karpow sogar bei seiner Bewerbung als Präsident des Weltschachbunds.

Ganz anders ist und war es beim Russen Wladimir Kramnik (44) und dem Inder Viswanathan Anand (49). Bei aller Rivalität am Schachbrett verkehrten sie immer freundschaftlich miteinander. Besonders war dies bei ihrem WM-Kampf 2008 in der Bonner Bundeskunsthalle zu spüren, als Kramnik trotz bitterer Niederlagen nur Worte des Lobs für seinen Gegner hatte. Umso mehr bedauerte Anand Kramniks Rückzug vom Wettkampfschach Anfang dieses Jahres: "Wladi, ein Freund, Rivale und Vertrauter – ich werde ihn vermissen."

Doch ganz kann es Kramnik noch nicht lassen. Bei einem Blitzschachturnier in Amsterdam trat er doch wieder in die Arena und gewann es gemeinsam mit Anand vor der Weltelite. Wie kam er als Weißer am Zug in ihrem persönlichen Duell in entscheidenden Vorteil?

Lösung aus Nr. 41:

Das Matt des schwarzen Königs scheint unabwendbar, doch Schwarz am Zug konnte den Spieß umdrehen und selbst in zwei Zügen mattsetzen. Wie?

Mit dem herrlichen Damenopfer 1...Dg4+! Nach dem erzwungenen 2.hxg4 setzt 2...Th1 matt – die Kraft der Türme!