"Man hatte zuweilen das Gefühl, Podzielnys Figuren schwebten über dem Schachbrett, so leicht und harmonisch wirkte sein Spiel. Er spielte Blitzschach wie ein guter Großmeister." So der Internationale Meister Bernd Schneider über Karl-Heinz Podzielny, der mit 64 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs starb und wegen seines blitzschnellen Erfassens auch komplexer Stellungen – sieben Mal war er Deutscher Blitzschachmeister – allseits als "Potz-Blitz" bekannt war. Zugleich war er aber ein zutiefst zerrissener, von Suizidgedanken geplagter Mensch, der vor, während und nach den Partien große Mengen Bier trank (und trotzdem meist stark spielte!) und oft "laut, unflätig und insbesondere zu Gegnern, die ihn zu besiegen wagten, ungerecht wurde" (Schneider). Und zudem mit meisterhaft erfundenen Lügengeschichten von schwer erkrankten Angehörigen (und tausenderlei mehr) Gutgläubigen das Geld aus der Tasche zog – "auch als Hochstapler war er großmeisterlich" (Schneider).

Ich begegnete Karl-Heinz immer wieder, nicht zuletzt als er für meinen Heimatverein, den Schachclub 1868 Bamberg, in der Bundesliga spielte. Und kann die Schlussworte Bernd Schneiders, der ihn zeitweise auch beherbergte, gut verstehen: "Als Schachspieler bewunderte ich ihn, als Mensch tat er mir einfach nur unendlich leid. Trotz allem mochte ich ihn sehr."

Mit welch überraschendem Coup gewann Potz-Blitz als Schwarzer 2001 in Recklinghausen gegen Franz Jittenmeier?

Lösung aus Nr. 42:

Wie kam Weiß am Zug in entscheidenden Vorteil?

Mit dem Läuferopfer 1.Lxe5!. Nach 1...Dxe5 2.Td5 waren Dame e5 und Turm e8 zugleich bedroht. Nach 2...Teb8 3.Txe5 verlor Schwarz schließlich. Sofort 1.Td5 Txb2 2.Dxe8+ Kh7 wäre nicht so gut gewesen