Es ist kein Zufall, dass sich an der Klimafrage die Geister scheiden. Für die einen ist sie die finale Katastrophe, das letzte Gefecht von apokalyptischen Ausmaßen. Für die anderen ist sie geradezu ein Symbol für einen abgehobenen Experten- und Elitendiskurs mit kulturkämpferischen Dimensionen. Nicht umsonst gehört die Behauptung, einen menschengemachten Klimawandel gebe es gar nicht, zum Basisrepertoire rechter Bewegungen. Auf beiden Seiten übrigens steigt die Gefahr der Vereinfachung. Die Perspektive, dass alles sofort und radikal und ohne Kompromisse anders werden muss, ist dann ebenso populistisch wie jene, die das alles für eine Lüge einer ökonomischen, politischen, wissenschaftlichen oder urbanen Mafia oder Elite hält.