Um es gleich zu sagen: Dieser Film ist paradox, unlogisch, inkonsistent und inkonsequent, zumindest wenn man vom Zeitverständnis seiner Vorgänger ausgeht. Tim Millers Terminator 6: Dark Fate beginnt mit einer Szene, die die Handlung der letzten drei Sequels ignoriert: Sarah Connor (Linda Hamilton) und ihr zehnjähriger Sohn John suchen in einer Strandbar Erholung, nachdem sie in Terminator 2 den Kampf gegen die Maschinen gewonnen haben. Plötzlich tritt der Cyborg T-800, gespielt von Arnold Schwarzenegger (wie Hamilton per Computer und Weichzeichner verjüngt), auf und erschießt den späteren Menschheitsretter John. Offenbar geht es dem Drehbuchautor James Cameron (auch Regisseur und Autor der ersten beiden Terminator-Filme), der hier, ohne mit der Wimper zu zucken, die Zeitreisen der früheren Filme gänzlich ad absurdum führt, nur um eines: Der Mann muss weg, um Platz für Frauen zu schaffen. Als da wären: Daniella, eine junge Mexikanerin und Fabrikarbeiterin, die zur neuen Erlöserin und Anführerin im Kampf gegen die Maschinen wird. Ferner Grace, eine aus der Zukunft geschickte, drahtige und kurzhaarige Kampfmaschine, die Daniella vor dem neuen Terminator beschützen soll. Und natürlich Linda Hamilton in der Rolle der superverbitterten Terminator-Jägerin, deren Kultstatus auch durch die Übernahme von Arnies Einzeiler untermauert wird: "I’ll be back!"

Der vordergründige Feminismus (Frauen sind hier nicht nur Gebärerinnen oder Beschützerinnen zukünftiger Helden) ist nicht der einzige Aktualisierungsversuch des Films. Außerdem geht es um die Bedrohung von Arbeitsplätzen durch Maschinen, um die Mauer zwischen den USA und Mexiko, um Grenzgefängnisse, brutale Einwanderungspolitik und den US-amerikanischen Waffenfetischismus. Mit mildem Fatalismus blickt Schwarzenegger, hier nur mehr Randfigur und leiser Strippenzieher, auf die neuen Zeiten. Ein Auslaufmodell mit würdevoll ergrautem Dreitagebart.

Terminator 6: Dark Fate ist konzipiert als erster Teil einer neuen Trilogie, und weiß der Himmel, wohin uns die Terminator-Zukunft, über die ja immer in einer längst vergangenen Gegenwart entschieden wird, noch führen wird.