© C. H. Beck

1(9) Jill Lepore: Diese Wahrheiten
A. d. Engl. v. Werner Roller; C. H. Beck; 1120 S., 39,95 €

In ihrem Buch erzählt die Historikerin Jill Lepore die Geschichte der USA von ihren Anfängen bis zur heutigen Krise. Ihrem Blick entgehen weder die Schatten- noch die Sonnenseiten der letzten westlichen Weltmacht: Sklaverei und Ausbeutung, aber auch große Errungenschaften wie politische Gleichheit. Ein Ritt durch die Geschichte, bei dem man das Land in allen seinen Widersprüchen kennenlernt. 92 Punkte



© Rowohlt

2(–) Jens Bisky: Berlin
Rowohlt Berlin; 976 S., 38,– €

Dem Journalisten Jens Bisky gelingt das Unmögliche: der meistbesprochenen Stadt in Deutschland neue Facetten abzuringen. Sein Berlin-Buch beginnt im 17. Jahrhundert, als die Stadt zu neuer Größe aufsteigt, sich mit Rom und Paris messen will. Bisky porträtiert eine Metropole der Widersprüche: Ort der Macht, der Teilung, der Repression und zugleich des Widerstands und des ewigen Experiments. 71 Punkte



© Suhrkamp/​Nova

3(2) Julia Ebner: Radikalisierungsmaschinen
A. d. Engl. v. K. Riesselmann; Suhrkamp/Nova; 334 S., 18,– €

Julia Ebner tut etwas, wovon andere Extremismusforscher nur träumen: Sie schleust sich in radikale Gruppierungen ein, ohne entdeckt zu werden. Sie beobachtet, wie Terroristen Anschläge, Wahlmanipulationen und Fake-News planen, vor allem mit digitalen Hilfsmitteln. Ihr Buch ist das Resultat einer gefährlichen Feldforschung und eine Analyse des digitalen Terrorismus: präzise und erschreckend. 47 Punkte



© Rowohlt

4(–) Ronan Farrow: Durchbruch
A. d. Engl. von H. Dedekind, H. Dierlamm, A. Gravert u. a.; Rowohlt; 528 S., 24,– €

Am 10. Oktober 2017 explodiert die Bombe: Der Journalist Ronan Farrow veröffentlicht im New Yorker einen Artikel, in dem er darstellt, wie der Filmmogul Harvey Weinstein über Jahrzehnte Hunderte Frauen belästigt haben soll. Dieses Buch rekonstruiert den Skandal und zeigt, wie ein Netzwerk den Medienmogul schützte, das tief in die Politik und die Medienlandschaft reicht. 43 Punkte



© Kunstmann

5(–) Gilles Kepel: Chaos
A. d. Franz. v. E. Heinemann u. J. Pinnow; Kunstmann; 448 S., 28,– €

Sunniten gegen Schiiten, Islamisten gegen die "Ungläubigen" in aller Welt: Weiter reicht das Verständnis für die Krisen in der muslimisch geprägten Welt oft nicht. Wer die Konflikte genau verstehen will, findet in Gilles Kepels Buch die Antworten. Seit über 40 Jahren recherchiert der Soziologe in den muslimischen Ländern. Nun erklärt er, wie das Chaos entstehen konnte und welche Lösungen es gibt. 40 Punkte



© S. Fischer

6(–) Peter Trawny: Philosophie der Liebe
S. Fischer; 272 S., 22,– €

Liebe macht wahnsinnig, krank und wirr, zugleich ist sie Treibstoff für Versöhnung und Frieden. Wer kann die Liebe fassen? Peter Trawny hat es versucht und zeigt die Liebe in all ihren Facetten: als Gottesliebe, Nächstenliebe, große Liebe, aber auch als Hassliebe. Außerdem stellt der Wuppertaler Philosoph fest, dass die Sehnsucht nach romantischer Liebe immer noch lebt – trotz Online-Dating und Kapitalismus. 38 Punkte



© Ullstein

7(–) Stephen Holmes/ Ivan Krastev: Das Licht, das erlosch
A. d. Engl. v. Karin Schuler; Ullstein; 368 S., 26,– €

Nach dem Fall der Mauer hieß es, Osteuropa werde die Werte der westlichen Demokratien übernehmen. Doch es kam anders: Der Osten geht seinen eigenen Weg. Stephen Holmes und Ivan Krastev zeigen die Gründe für die Krise der östlichen Demokratien, diskutieren Minderwertigkeitsgefühle und Ängste vor Identitätsverlust und erarbeiten ein neues Verständnis für die Krisen der liberalen Ordnung. 30 Punkte



© Suhrkamp

8(–) Jürgen Habermas: Auch eine Geschichte der Philosophie
Suhrkamp; 1752 S., 98,– €

Kurz nach seinem 90. Geburtstag veröffentlicht Jürgen Habermas ein umfassendes Panorama der Philosophie und zeichnet nach, wie sich die Disziplin aus ihrer Symbiose mit der Religion gelöst und erfolgreich säkularisiert hat. Der deutsche Philosoph arbeitet die entscheidenden Konflikte heraus und beleuchtet packend, wie sich die Philosophie am Ende der Freiheit verschrieben hat. 25 Punkte



© S. Fischer

9(–) Edward Snowden: Permanent Record
A. d. Engl. v. Kay Greiners; S. Fischer; 432 S., 22,– €

Ist die Angst vor Überwachung übertrieben? Der Whistleblower Edward Snowden zeigt: Die Realität ist noch unfassbarer. In seiner Autobiografie rekonstruiert er, wie sich die Vereinigten Staaten von einer liberalen Demokratie in einen Kontrollstaat verwandeln konnten. Der Text liest sich wie ein Plädoyer für die Privatsphäre. Und wie eine Bitte um Verständnis für seine Entscheidungen. 24 Punkte




© Rowohlt

10(–) Juan Moreno: Tausend Zeilen Lüge
Rowohlt Berlin; 288 S., 18,– €

Juan Moreno hat den Skandal um die gefälschten Reportagen des Spiegel- Journalisten Claas Relotius ins Rollen gebracht und das Nachrichtenmagazin in eine tiefe Krise gestürzt. Nun erklärt er in seinem Buch, wie es zu den Lügengeschichten kam und warum ihm die Chefredaktion lange nicht glauben wollte. Ein Skandalbericht wie ein Thriller, der den Journalismus noch lange beschäftigen wird. 21 Punkte



© DVA

10(–) Kristina Spohr: Wendezeit
A. d. Engl. v. Helmut Dierlamm u. Norbert Juraschitz; DVA; 976 S., 42,– €

Als im Revolutionsjahr 1989 in Berlin die Mauer fiel und in Peking Proteste blutig niedergeschlagen wurden, veränderte sich die Welt dramatisch. Der Kalte Krieg war zu Ende, eine neue Weltordnung entstand. Kristina Spohr erzählt diese Geschichte und zeigt, wie es gelang, den Übergang in eine neue Epoche friedlich zu gestalten, und warum diese Jahre unsere Welt bis heute formen. 21 Punkte