Am Ende ist es noch einmal der Rausch der Straße, der uns verbindet und in die Polster unserer Rikschas drückt. Wir sind umringt von Motorrollern, sie biegen, ohne anzuhalten, in einen Kreisverkehr ein und fahren stetig weiter. Kleine Manöver sind es, die sie und wir überleben, an jeder Kreuzung wieder. Es riecht nach Abgasen, nach Verfaultem, nach Putzmitteln und süßem Parfüm. Wir kommen an Läden vorbei, die Windeln verkaufen, Stoffballen, Räucherstäbchen oder Lampions. Die Häuser sind hoch und schmal, ich sehe verwitterte Balkone, vollgestellt mit Grünpflanzen. Vogelkäfige, die von Markisen baumeln. Rohes Fleisch, das vor Garküchen als Auslage in der Sonne hängt, und Lautsprecher mit Bose-Logo im Staub am Straßenrand. Unmöglich, sich ein verlässliches Bild zu machen von Ho-Chi-Minh-Stadt, der größten Stadt Vietnams mit 13 Millionen Einwohnern, in der alles gleichzeitig geschieht und sich ständig verändert. Ich nehme es hin. Ich lehne mich zurück und spüre, wie wir in der Hitze verschmelzen, meine Gruppe und diese Stadt. Einen letzten langen Moment sind wir eins.