Christine Lagarde ist nervös an diesem Mittwoch Ende Oktober. In wenigen Stunden wird sie das erste Mal an einer Sitzung des Rats der Europäischen Zentralbank teilnehmen. Noch als Gast, rechts neben Präsident Mario Draghi. 25 Mitglieder hat der Rat, darunter bislang genau eine Frau. Eine Runde von Männern in dunklen Anzügen, die im 41. Stock hoch über Frankfurt tagen und die normalerweise, wenn es mal langweilig wird, hinauf gen Decke starren und rätseln, welche Welle dort oben welches Land darstellt: Das Kunstwerk soll Europa symbolisieren. Eine Runde von Männern, die heute aber vor allem eine beobachten werden: sie, die neue EZB-Präsidentin.