Esther Duflo ist mit 47 Jahren die jüngste Trägerin des Wirtschaftsnobelpreises und erst die zweite Frau. Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hatte sie schon zu seiner Beraterin gemacht. Gemeinsam mit ihrem aus Indien stammenden Ehemann, Kollegen und Co-Preisträger, Abhijit Banerjee, zerstörte Duflo den Mythos, dass Armutsbekämpfung hinausgeschmissenes Geld ist. Vielmehr zeigten viele ihrer Experimente mit den Ärmsten in aller Welt, wie sich deren Schicksal effizient und nachhaltig verbessern lässt. Duflo, Französin mit amerikanischem Pass, musste das Gespräch mit der ZEIT aufgrund einer Kehlkopfentzündung, die ihr die Sprache verschlug, zweimal verschieben. Zwei Wochen nach der Verkündung des Preises sitzt sie in ihrem Büro am Massachusetts Institute of Technology bei Boston, neben ihr Blumen und Glückwunschkarten, und beantwortet die Fragen zu ihrer Arbeit, ihrer Philosophie, ihrer Person.