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Begonnen hat alles mit einem Zeitungsartikel. In der vergangenen Woche las ich in der Online-Ausgabe der Wochenzeitung Freitag einen Text von Testo, einem Rapper, der 1988 in der DDR geboren wurde und mit bürgerlichem Namen Hendrik Bolz heißt. Er erzählte von seinen Jugendtagen in Stralsund:

Glatze, Bomberjacke, Springerstiefel, "Heil Hitler!", Lonsdale, Alpha, "Schnauze, du Jude!", das war auch in meiner Umgebung die prägende Jugendkultur, das war provokant, hart, das war die Spitze der Coolness. Faschos waren allgegenwärtige Begleiter meiner Kindheit, waren Kassierer im Supermarkt, Erzieher im Ferienlager, große Geschwister von Freunden, die auf dem Schulweg nett winkten, und sie bildeten Gruppen, die vor Haustüren und auf Spielplätzen lungerten und den öffentlichen Raum unangefochten beherrschten.