Wer sind die Menschen bis 40, von denen wir noch hören werden? Wir porträtieren Ostdeutsche aus Politik, Wirtschaft, Kultur. Am Ende gibt es eine kleine Überraschung.

Muss eine Liste der 100 wichtigsten jungen Ostdeutschen nicht an gleich drei Fragen scheitern? Erstens: Was ist ostdeutsch? Zweitens: Was ist jung? Drittens: Was ist wichtig? Seit zehn Jahren gibt es bei der ZEIT eine Redaktion, die sich mit diesen wilden fünf Bundesländern und ihren manchmal ebenso wilden Bewohnern beschäftigt. Mehrere Redakteurinnen und Redakteure, ein wachsendes Team von festen und freien Mitarbeitern, Autorinnen, Fotografen und Illustratoren erkundet eine Region, die immer mal wieder ins Gerede kommt. Die immer mal wieder unter einem unfairen Blick des Westens leidet. Deren Bewohner selbst allzu oft aber auch gar nicht im Blick haben, wie interessant, wie vielfältig, wie bewegend sie und ihre eigenen Lebensläufe sind.

Dieses Spezial ist ein Geschenk an Sie, unsere Leser, zum zehnten Geburtstag der ZEIT im Osten: Sie ist nicht mehr, aber auch nicht weniger als der Versuch, zu zeigen, wie viel Zukunft in dieser Region steckt. Und wie aufregend, wie attraktiv dieser Osten in Wahrheit ist.

Keiner der 100 Menschen, die wir in dieser Ausgabe vorstellen, ist wichtiger als der andere. Vermutlich ist nicht einmal einer der 100 Menschen wichtiger als jemand, der nicht in dieser Liste vorkommt. Diese Sammlung soll ein Beispiel sein, eine Inspiration, sie soll aufzeigen, was und wen es alles gibt. Der Osten ist nicht nur AfD und DDR, der Osten ist auch, was diese Seiten versammeln. Wir haben diese Liste der 100 wichtigsten jungen Ostdeutschen nicht nach einem aufwendigen Punktesystem aufgestellt, nicht von Experten kuratieren lassen oder von einer unabhängig besetzten Jury. Stattdessen haben viele unserer Kollegen, von Redakteurin Anne Hähnig bis Investigativ-Reporter Christian Fuchs, Vorschläge eingesandt. Diese Liste ist subjektiv, nach Lust und Laune und journalistischer Neugier aufgestellt, sie soll Spaß machen. Zugleich ist sie ein Überblick über das, was den Kollegen im Leipziger ZEIT-Büro seit Jahren begegnet.

Wir würden gerne, vielleicht im kommenden Jahr, eine neue Folge der "100 wichtigsten jungen Ostdeutschen" veröffentlichen. Vielleicht finden sich darauf dann ganz andere Namen. Vielleicht finden sich dann auch alte Bekannte wieder. Wichtig ist nur, im Gespräch zu bleiben; weiter nachzudenken: Wie können die Ostdeutschen die Republik auch in Zukunft beeinflussen, und zwar möglichst im Guten? Wie entscheiden sich die Kämpfe, die Konflikte, die Diskussionen in dieser aufgerauten, aufgewallten Gesellschaft?

Wir freuen uns über Ihre Meinung zu diesem Spezial, die Sie per Mail an unsere Adresse osten@zeit.de schicken können. Genauso freuen wir uns über Hinweise, wer in unserer Sammlung auf jeden Fall gefehlt hat. Die Zuschriften veröffentlichen wir in einer der nächsten Ausgaben der ZEIT im Osten. Nun aber wünschen wir Ihnen viel Freude beim Lesen!

1. Laura Isabelle

Welche Macht haben Bürgermeister im Kampf gegen den Populismus? Ein Gespräch mit Laura Isabelle Marisken, die seit diesem Jahr auf Usedom regiert, lesen Sie hier.

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2. Rene Wilke

35, saß für die Linke im Brandenburger Landtag – und ist seit 2018 Oberbürgermeister seiner Geburtsstadt Frankfurt (Oder); einer der jüngsten in ganz Deutschland. Er bezwang einen Kandidaten der AfD und schaffte es, der Stadt einen neuen Aufbruchsgeist einzuimpfen.

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3. Andreas Brohm

40, verließ seine Heimat Tangerhütte, um BWL zu studieren und Musical-Manager zu werden. Er lebte in Zürich, Köln, Stuttgart. Mit 35 kam er heim, wurde Bürgermeister – und will nun die Tangerhütter stärker in politische Prozesse einbinden.

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4. Stefan Sternberg

35, gilt als eines der Polit-Talente in Mecklenburg-Vorpommern: Mit 29 wurde er Bürgermeister, mit 34 Landrat in Ludwigslust-Parchim. Als dort im Sommer riesige Waldflächen brannten, machte er sich einen Namen als Krisenmanager.

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5. Sophie Koch & 6. Philipp Amthor

Sophie Koch (SPD) und Philipp Amthor (CDU) sind zwei junge Politiker aus weit voneinander entfernten Galaxien. Für welche Sorte Zukunft die beiden stehen, lesen Sie hier.

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7. Conrad Clemens

36, in der Lausitz geboren, war Bundesgeschäftsführer der Jungen Union. 2017 erfand er in der Berliner CDU-Zentrale den Haustürwahlkampf der Union neu, ehe ihn Michael Kretschmer als Wahlkampfmanager und Landesgeschäftsführer nach Dresden holte.

Wie gewinnt man eine Wahl?

"Der Wahlkampf mit Michael Kretschmer begann Ende 2017 an dem Tag, an dem er Ministerpräsident wurde – also anderthalb Jahre vor der Wahl. Wir haben von Anfang an stark auf direkten Bürgerkontakt gesetzt. Statt Massen-Events und großer Reden haben wir kleine Fishbowl-Formate gemacht, also Bürgergespräche, mit denen wir durch ganz Sachsen tourten. Wir erreichten dadurch vielleicht weniger Wähler, aber wir vertrauten darauf. Natürlich muss man heute online Wahlkampf führen. Unser Hauptgegner, die AfD, war uns dort haushoch überlegen. Populistische Parolen verteilen sich im Netz nun mal rasend schnell. Unsere Antwort war eine Wahlkampf-WG, die wir für zwei Monate in der Dresdner Neustadt bezogen. Ein altes Sportstudio mit zehn Zimmern und Doppelbetten, einer Pizza-Flatrate und vollem Kühlschrank. Wir trommelten Parteifreunde aus dem ganzen Land zusammen, die dort für einige Tage einzogen und unsere Kanäle bespielten: WhatsApp, Facebook, Jodel, alles. Dieses Team, insgesamt 35 Leute, verbreitete eine unglaublich positive Stimmung. Ich denke, auch deshalb gewannen wir letztlich die Wahl."
Protokoll: Josa Mania-Schlegel

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8. Melanie Stein

34, bei Rostock geboren und aufgewachsen, lebte in Köln, Sydney und Wien. Heute wohnt sie als Journalistin in Hamburg und gründete dort die Initiative "Wir sind der Osten".

Wie bringt man Ossis Selbstbewusstsein bei?

"Ich habe mich nie als Ostdeutsche gesehen, eher als Europäerin oder Weltenbummlerin. Mit der Bundestagswahl 2017 änderte sich das. Der Osten färbte sich AfD-blau, die alte Grenze war plötzlich wieder da. Und mit ihr der ›rechte Jammer-Ossi‹ – ein Bild, mit dem ich mich nicht identifizieren konnte. Aber doch eines, das irgendwie zu mir gehörte, als gebürtige Nordostdeutsche. Ich fragte auf Twitter nach Menschen, die erfolgreich sind und aus dem Osten kommen. Es meldeten sich viele, sehr viele. Und viele von ihnen fühlten ähnlich wie ich. Mit sechs von ihnen setzte ich mich in ein Café in Berlin-Mitte. Wir schrieben einen Fragebogen: Fühlt ihr euch ostdeutsch? Wenn nein, warum nicht? Und schickten ihn an alle Ostdeutschen, die uns einfielen. Es antworteten Hunderte. Ihre Gesichter stehen nun samt Steckbrief auf der Internetseite WirsindderOsten.de. Es sind Menschen dabei, Prominente, die sich vorher niemals als Ostdeutsche geoutet hätten. Die ihre Herkunft immer eher verschwiegen haben, weil viele sie mit AfD-Wählern und Wutbürgern assoziieren. Aber aus diesem Negativbild schöpften sie nun neues Selbstbewusstsein. Die Seite, die Liste der Ostdeutschen, soll jetzt wachsen. Unsere Mission ist es, dem Osten ein anderes, positives Gesicht zu geben."
Protokoll: Josa Mania-Schlegel

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9. Philipp Rubach

22, geboren in Thüringen und aufgewachsen in Dresden, studiert in Leipzig Geschichte auf Lehramt. Er gründete die Initiative "Aufbruch Ost", um junge Menschen für die Aufarbeitung der DDR-Geschichte zu begeistern.

Wie arbeitet man die Treuhand auf?

"Jedes Jahr feiert Leipzig das Lichtfest, in Erinnerung an die Friedliche Revolution. Für mich ist das der reinste Einheitskitsch. Was gibt es zu feiern, wenn vieles nie aufgearbeitet wurde? Die Treuhandanstalt machte nach dem Mauerfall Tausende Betriebe der DDR dicht, Millionen Menschen wurden arbeitslos, auch meine Familie war betroffen. Bei uns geht es bis heute an jedem Kaffeetisch um die Westmänner mit den schwarzen Aktenkoffern. Wenn es heißt, dass im Osten nicht genügend miteinander geredet werde, dann müssen wir also mit der Treuhand anfangen. Beim Lichtfest zeigten wir das Banner: 'Treuhand-Aufarbeitung jetzt!' Es kamen zig Leute zu uns, viele wunderten sich, warum uns Junge das beschäftigte. Aber das große Geld liegt ja bis heute im Westen, wegen der Treuhand. Aus der Aktion wurde eine Bewegung mit mehr als 50 Aktiven. Wir nannten uns Aufbruch Ost und tourten das ganze Wahljahr lang mit einer Wanderausstellung über ostdeutsche Marktplätze. Dietmar Bartsch redete im Bundestag über uns. Ich denke, dass wir einen Anteil an der Debatte um eine Treuhand-Kommission haben. Mein Wunsch wäre, dass die Privatisierungen der Neunziger aufgearbeitet werden – etwa, indem jeder Ostdeutsche die Treuhand-Akten einsehen kann, genau wie bei Stasi-Akten."
Protokoll: Josa Mania-Schlegel

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10. Linda Teuteberg

38, geboren in Königs Wusterhausen, ist Generalsekretärin der FDP. In Thüringen zog sie als "Chefwahlkämpferin" durchs Land. Und, siehe da, der FDP gelang, jedenfalls nach dem vorläufigen Ergebnis, der Einzug ins Parlament. In Brandenburg und Sachsen war man noch gescheitert.

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11. Annalena Baerbock

Was macht Annalena Baerbock, 38, gebürtige Hannoveranerin, denn auf dieser Liste? Ganz einfach: Die Co-Chefin der Grünen lebt seit zehn Jahren in Brandenburg, hatte ihren Wahlkreis zunächst in Frankfurt (Oder), seit 2013 hat sie ihn in Potsdam. Baerbock versteht den Osten, sie kann die Probleme hier erklären – auch dem anderen Grünen-Chef, Robert Habeck.

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12. Stefan Krabbes

32, ist in Dessau geboren und lebt in Halle (Saale). Er arbeitet im Büro einer Europa-Abgeordneten, aber vor allem versucht er, für den Osten zu trommeln. Er ersann den Hashtag #DerAndereOsten, unter dem Hunderte Twitter-Nutzer dezidiert positive Geschichten von hier erzählten.

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13. Tilo Jung

34, geboren an der Mecklenburgischen Seenplatte, hat die Bundespressekonferenz wieder interessant gemacht: Seine "Jung & naiv"-YouTube-Videos, in denen Jung Ministern und ihren Sprechern bisweilen kluge, bisweilen fiese Fragen stellt, kommen auf Millionen Klicks. Beliebt sind auch seine Interviews mit Politikern. Gesprächspartner duzt er konsequent. Und ganz selten schießt er, ein bisschen, übers Ziel hinaus, wenn er Politik allzu sehr als Spiel begreift.

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14. Franziska Schubert

37, wurde bundesweit bekannt, als sie bei der Görlitzer Oberbürgermeisterwahl 2019 für die Grünen antrat – und fast 30 Prozent der Stimmen holte. Die Landtagsabgeordnete ist Finanz-Expertin und sitzt aktuell bei den sächsischen Sondierungen am Tisch.

Warum die jungen ostdeutschen Abgeordneten in aller Regel Frauen und links (oder grün) sind, fragt sich hier Martin Debes.

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15. Lucie Hammecke

23, ist seit September die jüngste Abgeordnete im sächsischen Landtag. Und: Sie ist noch recht frisch bei den Grünen, erst vor zwei Jahren trat sie deren Jugendverband bei. Sie wolle jungen Ostdeutschen eine Stimme geben, sagt sie.

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16. Anna Gorskih

27, stammt aus Meißen und kämpft dort gegen Rechtsextremismus. Die Abschlussarbeit ihres Studiums in Leipzig beschäftigte sich auch mit Pegida. Seit September gehört zu sie den sichtbarsten Mitgliedern der Linken im Sächsischen Landtag.

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17. Madeleine Henfling

36, war schon mit 26 Thüringer Grünen-Chefin. Seit 2014 sitzt sie im Landtag und sucht besonders offensiv die Auseinandersetzung mit der AfD. Sie hat drei Kinder und setzte zuletzt durch, dass bei Plenarsitzungen eine Kinderbetreuung angeboten wird.

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18. Valentin Lippmann

28, gehörte schon in der vorigen Wahlperiode als Parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen im Dresdner Landtag zu den wichtigen Oppositionspolitikern. Jetzt verhandelt er die Kenia-Koalition von CDU und SPD mit – vor allem für sein Spezialgebiet Innenpolitik.

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19. Diana Lehmann

36, stieg binnen weniger Jahre zu einer der wichtigsten Politikerinnen in der Thüringer SPD auf. Als Vize-Chefin von Partei und Landtagsfraktion vertritt sie den linken Flügel und die Jusos, auch wenn sie nicht mehr offiziell dem Jugendverband angehört.

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20. Hanka Kliese

39, zog vor zehn Jahren für die SPD in den Dresdner Landtag ein, ist Vize-Chefin der Fraktion. Ihre Heimat ist Chemnitz, eine "fantastische Stadt", wie sie sagt. Die will sie verteidigen – gegen Rechtsextreme und gegen jene, die Chemnitz pauschal verurteilen.

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21. Katja Meier

40, stammt aus Zwickau. Seit 2015 ist sie Grünen-Abgeordnete im sächsischen Landtag. Als sie im April Spitzenkandidatin zur Landtagswahl wurde, forderte sie deutlich mehr Frauen an der Macht. Jetzt dürfte sie Ministerin werden.

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22. Susan Leithoff

40, in Frankenberg geboren, arbeitete als Anwältin in Chemnitz – nun sitzt sie als direkt gewählte CDU-Abgeordnete aus Mittelsachsen im Landtag. Leithoff machte einen aufopferungsvollen Wahlkampf (mit Kretschmer), landete 1,6 Punkte vorm AfD-Kandidaten.

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23. Alexander Dierks

32, zog als Kind mit seinen Eltern aus Baden-Württemberg nach Chemnitz. Seit 2014 sitzt er für die CDU im Landtag. 2017 machte ihn Michael Kretschmer zum Generalsekretär – und zur Nummer 2 in der Partei. Kretschmers Wahlsieg gilt auch als Dierks’ Verdienst.

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24. Lilly Blaudszun

18, aufgewachsen in Ludwigslust, ist im Internet auf unzähligen Fotos mit Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin zu sehen: Sie besucht so viele Parteiveranstaltungen wie möglich. Hier lesen Sie ein Interview mit der Nachwuchshoffnung der SPD.

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25. Jakob Springfeld

17, geboren in Zwickau, geht in die 12. Klasse des dortigen Gymnasiums. Er kämpft er um einen würdevollen Umgang mit der NSU-Geschichte.

Was kann ein Einzelner bewegen?

"Vor Kurzem war Zwickau mal wieder in der Tagesschau, weil jemand den NSU-Gedenkbaum abgesägt hatte. Ein einzelner Idiot bestimmte das Bild meiner Stadt, na danke, dachte ich. Per WhatsApp verschickte ich einen Kettenbrief und rief zu einer Schweigeminute auf. Einen Tag später standen Hunderte Schüler in der Hofpause an dem Baum. Es gab Artikel darüber, ich war verdammt stolz. Ein Typ schrieb mir aber: 'Ich hoffe, du kriegst nicht mehr lange Luft.' Ich machte das öffentlich und erhielt von allen Seiten Unterstützung. Teilweise auch von Mitschülern, die ich nicht kannte und die eher unpolitisch sind. Das hat mich beflügelt. Ich will weiter dafür kämpfen, dass Zwickau ein besseres Bild abgibt. Jetzt mache ich aber erst mal Abi."
Protokoll: Josa Mania-Schlegel

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26. Max Reschke

24, geboren in Apolda, studiert VWL in Jena. Er kämpfte gegen ein Rechtsrock-Konzert in seiner Heimat.

Was kann ein Einzelner bewegen?

"Ich bin im Nebenberuf Bio-Imker und fahre meine Bienenvölker oft von Ort zu Ort. Im Sommer 2018 stand ich gerade in Leipzig an meinen Kästen, als mein Handy vibrierte. Jemand aus dem ›Netzwerk Buntes Weimarer Land‹ schrieb mir, dass ein Rechtsrock-Konzert in Mattstedt, nahe meiner Heimat Apolda, stattfinden sollte. Ich kannte dort zwei, drei Leute und fuhr hin. Von da an versuchten wir gemeinsam über Wochen hinweg, einen Bürgerprotest auf die Beine zu stellen. Vielen Bewohnern war die Bedeutung eines rechtsextremen Konzerts nicht bewusst, dafür hatten sie Angst vor dem linken Gegenprotest. Das erlebe ich hier auf dem Land leider öfter. Man muss dann zunächst erklären, dass gegen Nazis zu sein nicht gleich bedeutet, dass man links wäre. Ich selbst sehe mich als Demokrat, ich setze mich für eine offene Gesellschaft ein. Letztlich fand das Konzert nicht statt, weil die Rechtsextremen das Grundstück nicht bekamen, auf dem sie feiern wollten. Mattstedt hat sich trotzdem verändert. Zunächst wirken rechtsextreme Bands oft harmlos, als hätten sie bloß ein paar kritische Texte. Dann braucht es Leute, die aufklären. Wichtig sind Kontakte in kleine Städte. Als Fremder ist man unglaubwürdig – egal, wie engagiert man ist."
Protokoll: Josa Mania-Schlegel

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27. Carolin Münch

29, lebt in Leipzig-Connewitz und ist in Borna geboren. 2006 gründete sie dort den "Bon Courage e.V."

Was kann ein Einzelner bewegen?

"Ich hatte in meiner Jugend in Borna ziemlich oft Angst. Das lag auch daran, dass unser Jugendclub geschlossen wurde, unser einziger wirklich sicherer Ort. Meine Freunde und ich hatten bunte Haare und hörten Punk – und dann gab es die Neonazis, die an der Tanke standen. Es kam vor, dass sie uns rumschubsten, anspuckten, verprügelten. Ich kann nicht sagen, dass ich damals politisch war. 2006 hat uns Teenager eine Lokalpolitikerin dazu angeregt, einen Verein zu gründen. Im ›Bon Courage e.V.‹ haben meine Schwester und ich nun seit einigen Jahren feste Stellen. Wir machen Demokratieprojekte, beraten Geflüchtete aus dem Landkreis während ihres Asylverfahrens. Ich selbst wohne mittlerweile in Leipzig. Aber wenn ich in Borna nach der Arbeit in den Supermarkt gehe, grinsen mich manchmal die Neonazis von damals abschätzig an. Ich weiß dann, warum ich meine Arbeit mache."
Protokoll: Josa Mania-Schlegel

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28. Franziska Schreiber

29, geboren in Dresden, war treues AfD-Mitglied – bis sie mit der Partei brach. Über ihren Ausstieg schrieb sie ein Buch, das machte sie zum Medienstar. Heute dreht sie Internetvideos für das ARD-ZDF-Jugendangebot Funk. Manche werfen ihr vor, eine allzu glatte Abkehr von der AfD vollzogen zu haben, andere mögen genau das. So oder so: Schreiber sorgt für Kontroversen.

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29. Susanne Bowen

40, in Wismar geboren, ist Juristin – und seit diesem Sommer SPD-Staatssekretärin im Bildungsministerium in Mecklenburg-Vorpommern. Sie war lange Kanzlerin der Hochschule in Stralsund. Von ihr, sagt man, werde im Norden noch zu hören sein.

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30. Yvonne Magwas

39, kommt aus dem sächsischen Vogtland und sitzt im Deutschen Bundestag, wo sie Vorsitzende der Gruppe der Frauen in der Unionsfraktion ist. In Sachsen organisiert sie regelmäßig Businesslunchs zur Vernetzung von Frauen in Verantwortung, zu denen dann immerhin 150 Unternehmerinnen kommen.

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31. Susanna Karawanskij

39, in Leipzig geboren, Linken-Politikerin, war ein Jahr lang Arbeitsministerin in Brandenburg. Nun muss sie aufhören, weil ihre Partei aus der Regierung ausscheidet. Aber wer eine der jüngsten Ministerinnen des Ostens war, hat ja noch Zeit.

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32. Patrick Dahlemann

31, in Pasewalk geboren, ist schon seit Jahren eine Art ständiger Shootingstar der SPD in Mecklenburg-Vorpommern. Er ist Staatssekretär für Vorpommern, quasi ein Sonderbeauftragter für den ländlichen Raum. Schlagzeilen machte Dahlemann bundesweit, als er 2013 bei einer NPD-Veranstaltung die Bühne enterte und für Toleranz warb. Dass er sich zu verkaufen weiß, schadet ihm nicht.

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33. Claudia Müller

38, in Rostock geboren, sitzt im Bundestag – als einzige Grüne aus Mecklenburg-Vorpommern. Dass sie Politikerin wurde, begründete sie einmal mit der Erfahrung, dass Tausende aus ihrer Heimat abwanderten.

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34. Fränzi Kühne

36, geboren in Ost-Berlin, ist Deutschlands jüngste Aufsichtsrätin (bei Freenet) und betreibt eine Agentur. Hier gibt sie fünf Tipps für Ostfrauen.

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35. Felix Palent

35, ist einer der beiden Inhaber des "Literaturladens" in Potsdam. Wie man eine kleine Firma zum Erfolg führt, erklärt er hier.

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36. Stefanie Müller

37, leitet eine prämierte Kiezbuchhandlung in Potsdam, den "Viktoriagarten". Ihren Laden hat sie in einer ehemaligen Fleischerei eröffnet, die zwei Jahre lang leer stand.

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37. Franziska Göttsche

33, ist die Eis-Königin von Penzlin: Sie hat eine Eismanufaktur eröffnet, die Gourmets schätzen. Die Sorten: von Spekulatius bis Bier. Erst, sagt sie, musste sie in ihrer Heimat bleiben – dann wollte sie es.

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38. Sebastian Wolter

39, hat vor 15 Jahren in Leipzig mit Voland & Quist einen unabhängigen Verlag gegründet, der inzwischen zu den Geheimtipps des Landes zählt. 2019 wurde er beim Deutschen Verlagspreis prämiert.

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39. Christian Reber

33, in Brandenburg geboren, studierte Management und gründete eine Firma, die plötzlich riesig wurde: Die von ihm mitentwickelte To-Do-Listen-App Wunderlist kaufte Microsoft für über 100 Mio. Dollar.

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40. Richard Socher

35, in Dresden geboren, bringt Maschinen bei, sich menschlich zu artikulieren. Er schlug eine Professur in Princeton aus und baute ein Start-up auf, das von Salesforce gekauft wurde. Wie man von Sachsen aus ein Star im Silicon Valley werden kann, lesen Sie hier.

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41. Jawed Karim

40, in Merseburg geboren, ist Miterfinder von YouTube. Sein Vater aus Bangladesch studierte in der DDR, seine Mutter stammt aus Sachsen-Anhalt. Die Familie zog 1982 in den Westen.

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42. Peter Scholze

31, in Dresden geboren, lehrt Mathematik an der Uni Bonn und ist Direktor am Max-Planck-Institut. 2018 erhielt er die Fields-Medaille, die als eine Art Mathematik- Nobelpreis gilt.

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43. Danilo Scholz

35, in Bitterfeld aufgewachsen, studierte Ideengeschichte in Cambridge und gewann in diesem Jahr den Heinrich-Mann-Preis für Essayistik. Er forscht derzeit in Florenz.

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44. Johannes Staemmler

37, in Dresden geboren. Ein Sozialwissenschaftler, der schon über den Osten forschte und schrieb, als das noch nicht jeder tat – als Mitgründer des Netzwerks "Dritte Generation Ost". Leitet ein Forschungsprojekt zum Strukturwandel in der Lausitz am Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung.

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45. Philipp Sälhoff

33, geboren in Ueckermünde. Ist Geschäftsführer von Polisphere, einem Ideenlabor für politische Institutionen. Hat lange im Westen gearbeitet, beschreibt sich nun als Vermittler zwischen auseinanderdriftenden Gesellschaftsteilen.

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46. Jeannine Koch

38, geboren in Ost-Berlin, ist Medienwissenschaftlerin. Leitet die größte Digitalkonferenz Europas, die re:publica. Arbeitete vorher bei der Internationalen Gartenausstellung in Berlin-Marzahn.

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47. Julia Römer

34, in Templin geboren, entwickelte einen stromlosen Kühlschrank, der aus Wärme Kälte macht. Mehr zu ihrer Erfindung lesen Sie hier

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48. Florian Weißenstein & Sebastian Weber

Die beiden erfanden in Thüringen die Abnehm-App Yazio. Ihre Firma sitzt in Erfurt. Mehr zu ihrer Erfindung lesen Sie hier

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49. Mareike Rauchhaus

40, in Erfurt geboren, bringt mit Nextbike Leihfahrräder in Deutschlands Innenstädte. Mehr zu Nextbike lesen Sie hier

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50. Daniel Martschoke

32, in Friedrichroda geboren, gründete gleich zwei Firmen. Mit einer reinigt er Luft. Mehr zum Luftreiniger lesen Sie hier.

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51. Nikita Fahrenholz

33, ist in einem Plattenbau in Berlin-Hellersdorf großgeworden. Er gründete das Start-up Lieferheld, das beim Börsengang 4,4 Milliarden Euro wert war. Hier redet er über Geld.

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52. Mathias Richel

38, in Frankfurt/Oder geboren, ist Kommunikationsprofi und Digital-Experte. 2018 hat er die Agentur "Richel Stauss" gegründet, mit der er Politiker berät. Frankfurt hat Richel verlassen, als er konnte: gleich einen Tag nach seinem Abitur. Heute findet er: Die Stadt hat sich zum Positiven verändert.

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53. Janine Koska

37, in Magdeburg geboren, leitet die PR-Agentur Eingebrand, die von Magdeburg aus bundesweite Kampagnen betreut. Koska ist Rückkehrerin, lebte in London und Hannover. Heute sagt sie: Ossis gehören zurück nach Hause!

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54. Florian Klietz

38, in Schnepfenthal bei Erfurt aufgewachsen, ist Top-Werber, macht Kampagnen für BMW und Becks. Er ist Partner bei der Werbeagentur Serviceplanin Hamburg.

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55. Tobias Kremkau

34, in Magdeburg geboren, revolutioniert die Arbeitswelt. Sein Ziel: Arbeit muss man nicht verrichten, man darf sie ausüben. Mit seinem "Institut für neue Arbeit" berät er Unternehmen und organisiert Coworking-Konferenzen.

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56. Adriana Lettrari

40, in Neustrelitz geboren, gründete vor zehn Jahren das "Netzwerk dritte Generation Ostdeutschland", das der Generation der Wendekinder eine Stimme geben soll. Heute berät sie unter anderem Ostdeutsche, die Führungsverantwortung übernehmen wollen.

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57. Anke Ott

36, in Magdeburg geboren, verkauft regional produzierte und von Hand gemachte Kleidung. 2007 hat sie ihr eigenes Modelabel mydearlove gegründet.

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58. Katja Rejl

33, aufgewachsen in Wittenberg, hilft bei der Erforschung neuer Arzneimittel: Mit 27 wurde sie eine der jüngsten Abteilungsleiterinnen beim Arzneimittelkonzern Merck in Darmstadt.

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59. Nico Gramenz

40, auf Rügen geboren, leitet die "Factory Berlin", einen Start-up-Campus. Dort haben Firmen wie Soundcloud und Google ihre Büros. Zuvor war Gramenz Vizepräsident und Strategiechef von Siemens Mobility.

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60. Jane Porath

37, in Neubrandenburg geboren, ist Professorin für Berufs- und Wirtschaftspädagogik an der Schweriner Hochschule der Arbeitsagentur.

Hatten Sie Angst vor Ihrer ersten Vorlesung?

"Ich hatte vor allem Zweifel an mir selbst. Mir gingen unzählige Fragen durch den Kopf: Werden die Studierenden es spannend finden? Was ist, wenn ich Fragen nicht beantworten kann? Die Zweifel kamen auch daher, dass ich gar nicht so viel älter war als die meisten Studierenden. Junge, weibliche Dozentinnen waren zu dem Zeitpunkt noch unterrepräsentiert. Ich hatte also wenige Vorbilder erlebt."
Protokoll: Daniel Böldt

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61. Matthias Quent

33, in Thüringen aufgewachsen, ist Direktor am Institut für Demokratie und Gesellschaft in Jena.

Hatten Sie Angst vor Ihrer ersten Vorlesung?

"Ich hatte mich natürlich gut vorbereitet. Trotzdem fürchtete ich, mich mit meinen Unterlagen und der Bürokratie zu verzetteln. Etwas zu vergessen. Außerdem hatte ich Angst, die Studierenden könnten mir mein katastrophales Namensgedächtnis übel nehmen. Wenn man aber etwas Humor und Lockerheit mitbringt, geht alles. Das habe ich gelernt.
Protokoll: Daniel Böldt

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62. Lars Vogel

38, im Vogtland geboren, leitet den Arbeitsbereich Empirische Methoden und Politische Soziologie an der Uni Leipzig.

Hatten Sie Angst vor Ihrer ersten Vorlesung?

"Mein erstes Seminar habe ich mit 25 gegeben, manche Studierenden waren älter. Ich hatte Angst, ertappt zu werden, dass ich gar nicht mehr weiß als sie. Ich musste lernen, dass es aber natürlich immer wieder Leute gibt, die in einzelnen Gebieten deutlich besser bewandert sind als ich. Anfangs überspielte ich das, inzwischen gebe ich es dann einfach zu. Das kommt gut an."
Protokoll: Daniel Böldt

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63. Susanne Günther

37, in Chemnitz aufgewachsen, ist Professorin für Medienwissenschaften an der Hochschule Mittweida.

Hatten Sie Angst vor Ihrer ersten Vorlesung?

"Ich kann mich gar nicht mehr so gut an meine erste Vorlesung erinnern! Vermutlich habe ich die ganze Zeit daran gedacht, dass ich jetzt auf der anderen Seite stehe – und was für ein großes Privileg das ist. Ich hatte natürlich ein wenig Angst vor Fragen. Zum Glück ist alles gut gegangen und ich habe noch immer jeden Tag Lust, mit und von den Studierenden zu lernen."
Protokoll: Daniel Böldt

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64. Marcus Engler

40, in Ost-Berlin geboren, ist Migrationsforscher und Vorstandsmitglied des "Netzwerks Fluchtforschung.

Hatten Sie Angst vor Ihrer ersten Vorlesung?

"Ich halte regelmäßig Vorträge. Aber ich weiß noch, wie aufregend es war, als ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal vor einer Gruppe von Politikern aus mehreren Ländern stand, um über Migration zu sprechen. Ich hatte wenig geschlafen und bis zur letzten Minute an meinem Statement gefeilt. Nach den passenden Worten suche ich auch heute immer wieder."
Protokoll: Daniel Böldt

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65. Christoph Kaleta

36, in Weimar geboren, ist Professor für Medizinische Systembiologie an der Universität Kiel.

Hatten Sie Angst vor Ihrer ersten Vorlesung?

"Ich hatte Angst, dass die Studenten sich mit allem Möglichen beschäftigen könnten – aber nicht mit dem, was ich ihnen zu sagen habe. Dass es ziemlich unruhig werden könnte und ich dann nicht wüsste, wie ich das in den Griff bekomme. Zum Glück war der Stoff aber scheinbar interessant genug, sodass es bisher noch nie dazu gekommen ist."
Protokoll: Daniel Böldt

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66. Gundula Zoch

33, in Dresden geboren, ist Migrationsforscherin an der Universität Bamberg.

Hatten Sie Angst vor Ihrer ersten Vorlesung?

"Hält meine Stimme über 90 Minuten? Das war eine Frage, die ich mir stellte. Und natürlich: Interessieren sich die Leute für meine Themen? Ich gebe Seminare zu Sozial- und Familienpolitik, überwiegend vor Studentinnen. Als Dozentin aus dem Osten im Westen hat man da manchmal eine besondere Rolle: Häufig sind die Studentinnen überrascht, welche Ost-West-Unterschiede bei Frauen- und Familienthemen noch immer bestehen."
Protokoll: Daniel Böldt

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67. Felix und Till Kummer

Felix und Till Kummer, 30 und 28, sind in Chemnitz geboren und geblieben: Sie gründeten die Band Kraftklub, die auch berühmt wurde, weil sie nicht nach Berlin will – und weil sie ihre Stadt politisch bewegt. Hier ein Gespräch über Erziehung im Osten.

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68. Nina und Lotta Kummer

Nina und Lotta Kummer, 22 und 21, sind in Chemnitz geboren und gründeten gemeinsam mit Johann Bonitz die Indie-Pop-Band Blond. 2018 waren sie Vorband auf der Tour ihrer Brüder. Hier ein Gespräch über Erziehung im Osten.

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69. Maria Dragus

25, in Dresden geboren, wurde vom Fachblatt "Variety" zu einem der zehn herausragenden europäischen Schauspiel- Talente gekürt. Hier erklärt sie, wie sie es nach oben schaffen will.

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70. Karoline Herfurth

35, stammt aus Ost-Berlin – und gehört zu den erfolgreichsten deutschen Schauspielerinnen (Crazy, Der Vorleser, Vincent will Meer). Hier erklärt sie, wie man es schafft, oben zu bleiben.

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71. Miku Sophie Kühmel

27, geboren in Gotha, stand mit ihrem Debütroman "Kintsugi" über vier Menschen, die ein Wochenende in Brandenburg verbringen, 2019 auf der Shortlist des Buchpreises. Lesen Sie hier drei Fakten über ihre Heimatstadt Gotha.

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72. Lukas Rietzschel

25, in Räckelwitz geboren, schrieb den Roman Mit der Faust in die Welt schlagen über eine Jugend im Osten. Hier schreibt Rietzschel was er über seine Generation denkt.

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73. Jan "Monchi" Gorkow

32, in Jarmen (Vorpommern) geboren, ist Kopf der Punkband Feine Sahne Fischfilet. Singt gegen Rechtsextremismus.

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74. Anne Zohra Berrached

37, geboren in Erfurt, Regisseurin: Ihren Tatort Der Fall Holdt sahen über zehn Millionen Leute.

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75. Max Czollek

32, in Berlin geboren, Lyriker. Kritisiert die Homo- genisierung der Gesellschaft und fordert von Migranten: "Desintegriert euch!"

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76. Sookee

35, geboren in Pasewalk, ist Rapperin. Aber eine politische.

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77. Nora Tschirner

38, geboren in Berlin, macht alles und kann fast alles. Ermittelt im Weimar-Tatort.

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78. Mirna Funk

38, geboren in Berlin, Schriftstellerin, erzählt in "Winternähe" die Geschichte einer jungen jüdischen Frau auf Identitätssuche.

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79. Henrike Naumann

35, geboren in Zwickau. Installationskünstlerin. Deutet die Schrankwand als Symbol ostdeutscher Identitätssuche aus.

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80. Wilhelm Klotzek

39, geboren in Ost-Berlin. Verwandelt Zigaretten in Kunstwerke. Verarbeitet in seinen Installationen die Geschichte der DDR.

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81. Stefan Kunath

32, in Dresden geboren. War im Kreuzchor, ist Experte für Musik des 17. und 18. Jahrhunderts.

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82. Judith Schalansky

39, in Greifswald geboren. Ihr Roman "Der Hals der Giraffe" spielt in der vorpommerschen Einöde.

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83. Tom Müller

37, geboren in Friedrichshain. Schriftsteller. Verließ den Osten früh. Erzählt in "Die jüngsten Tage" die Geschichte einer Jugendfreundschaft Ost.

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84. Anna Maria Mühe

© Oriana Fenwick

34, in Berlin geboren, ist die Tochter von Jenny Gröllmann und Ulrich Mühe. Sie ist längst selbst eine große Schauspielerin. Lesen Sie hier mehr über die echten Dynastien der Kunst und Kultur im Osten.

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85. Andreas Mühe

39, in Karl-Marx-Stadt geboren, ist Sohn von Ulrich Mühe und Halbbruder von Anna Maria. Er ist ein berühmter Fotograf. Lesen Sie hier mehr über die echten Dynastien der Kunst und Kultur im Osten.

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86. Robert Gwisdek

© Oriana Fenwick

35, in Berlin geboren, ist der Sohn von Michael Gwisdek und Corinna Harfouch. Er ist Schauspieler und Musiker. Lesen Sie hier mehr über die echten Dynastien der Kunst und Kultur im Osten.

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87. Lena Brasch

© Oriana Fenwick

26, in Berlin geboren, ist die Tochter der Schriftstellerin Marion Brasch. Sie ist Theaterregisseurin und Teil des Kinofilms "Familie Brasch". Lesen Sie hier mehr über die echten Dynastien der Kunst und Kultur im Osten.

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88. Julius Fischer

35, in Gera geboren, ist nicht nur lustig, sondern auch böse: Die Bücher des Poetry-Slammers heißen "Ich will wie meine Katze riechen" oder: "Ich hasse Menschen". Seine Show "Comedy mit Karsten" brachte ihn sogar ins MDR-Fernsehen.

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89. Karoline Schuch

38, in Jena geboren, kennen viele als Kommissarstochter im Kölner "Tatort". Dabei sollte man die Schauspielerin unbedingt an der Seite von Friedrich Mücke in Bully Herbigs (ernstem) Mauerflucht-Film "Ballon" gesehen haben.

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90. Clueso

39, aus Erfurt ... Moment, Clueso ist 39? Ja. Seit 24 Jahren macht er Musik, er wird es hoffentlich auch die nächsten 24 Jahre tun, und er wird dann, mit 63, weiterhin wie 29 aussehen.

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91. Marteria

36, in Rostock geboren, ist Rapper, Kind einer Lehrerin und eines Seemanns und einfach: ein cooler Aufsteiger. Er wuchs in der Platte im Stadtteil Groß Klein auf, war in der Jugend Kapitän des FC Hansa und füllt heute Hallen.

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92. Jennifer Weist

32, in Wolgast geboren, ist Frontfrau von Jennifer Rostock, einer Rockband, die sich zum Osten bekannte, als das noch nicht so lässig war wie heute, und ihn sogar im Namen trägt.

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93. Titus Schade

35, in Leipzig geboren, war Meisterschüler Neo Rauchs. Er malt in Leipzig, seine Bilder haben einen wachsenden Liebhaberkreis. Wie es die ostdeutsche Künstler-Generation schafft, sich vom alten Meister Neo Rauch zu emanzipieren, lesen Sie hier.

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94. Benedikt Leonhardt

35, in Leipzig geboren, studierte an der HGB und malt in seiner Heimatstadt. 2017 erhielt er den Kunstpreis der Leipziger Volkszeitung. Wie es die ostdeutsche Künstler-Generation schafft, sich vom alten Meister Neo Rauch zu emanzipieren, lesen Sie hier.

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95. Hanna Lehmann

24, geboren in Chemnitz, ist Küchenchefin in Hartmannsdorf – und will den Osten kulinarisieren. Welche Rezepte hat sie für die Zukunft?

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96. Sarah Gierig

32, geboren in der Sächsischen Schweiz, ist Konditorin und Schokoladen-Sommelière – die erste im Osten. Welche Rezepte hat sie für die Zukunft?

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97. Toni Kroos

29, in Greifswald geboren, wurde 2014 Weltmeister. Er spielt bei Real Madrid. Hier antwortet er auf die Frage: Wie ist die Lage des Ostens?

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98. Stefanie Hertel

40, in Oelsnitz/Vogtland geboren, war schon ein berühmter Kinderstar. Heute ist sie Schlager- und Popmusikerin. Hier antwortet sie auf die Frage: Wie ist die Lage des Ostens?

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99. Nhi Le

24, ist in Thüringen als Kind vietnamesischer Eltern geboren. Sie lebt als Autorin in Leipzig. Hier antwortet sie auf die Frage:
Wie ist die Lage des Ostens?

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100. Eine ganze Generation

Unsere Autorin war zum Zeitpunkt des Mauerfalls 13 – so alt, wie ihr Sohn heute ist. Wird er in 30 Jahren noch wissen, was der Osten war? Lesen Sie hier einen Brief der Hoffnung an ein Kind, dessen Generation vieles anders machen wird. Und manches besser.

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