Der norwegische Schachweltmeister Magnus Carlsen, 28, macht auch jenseits des Schachbretts eine gute Figur. Für die Modemarke G-Star blickte er von Plakaten überlebensgroß auf uns herab, er war einer der "sexiest men" der Cosmopolitan und einer der "100 Einflussreichsten" des Time Magazine. Vor seinem letzten WM-Kampf verkündete er, dass seine Vorbereitung die drei "P" beinhalte: Pizza, Premier League und Poker. Während der WM spielte er so wild Fußball, dass er mit einem Gegenspieler zusammenprallte und zur nächsten Partie mit einem blauen Auge erschien. All das stellen wir uns nicht unbedingt unter einem Schachspieler vor, dessen liebste Beschäftigung stundenlanges Grübeln am Schachbrett ist. Doch das kann er eben auch und ist gerade wegen seines Kampfgeists selbst in "totremisen" Endspielen gefürchtet, dieses Jahr setzte er sich auf der "Elo-Leiter" auch wieder weiter von der ihn verfolgenden Meute ab.

Doch vor Kurzem musste er im amerikanischen Schachmekka St. Louis eine bittere Pille hinnehmen. Er, der bisher alle Tie-Breaks im Schnell- und Blitzschach gewonnen hatte, verlor gegen die große chinesische Hoffnung Ding Liren, in seiner freundlichen Schüchternheit das ganze Gegenteil von ihm, die beiden entscheidenden Blitzpartien. Scheinbar ist Ding als Schwarzer verloren, Carlsen droht sowohl 1.Df8 matt als auch 1.Dxc6. Doch nach einem wahren Zauber-Zug von Ding gab Carlsen auf. Was war’s?

Lösung aus Nr. 45:

Mit welcher herrlichen Kombination hätte Weiß nach 1...Lxf2 gewonnen? Auf das Turmopfer 2.Tc8+! Lxc8 wäre das Abzugsschach 3.b6+ mit gleichzeitigem Angriff auf die Dame a7 gefolgt und nach 3...Ld7 4.bxa7! Lxa4 5.a8D+ mit Gewinn