Ein einziger Baum kann ein Dutzend Menschen mit Sauerstoff versorgen. Das schwankt zwar von Baum zu Baum (und der Bedarf von Mensch zu Mensch), daher sind solche Zahlen mit Vorsicht zu genießen. Aber die Größenordnung stimmt.

Bäume ziehen ja CO₂ aus der Luft, verarbeiten dessen Kohlenstoff zu Nährstoffen und geben den Sauerstoff großteils wieder an die Luft ab. Menschen und Tiere atmen ihn ein, verbrennen damit ihre Nahrung und atmen als Abgas CO₂ aus – ein Kreislauf, der einigermaßen in der Balance war, bis die Industrialisierung ihn störte.

Ein einzelner ausgewachsener Baum kann in Hoch-Zeiten mehr als ein Kilogramm Sauerstoff pro Stunde abgeben. Rechnen wir, da bei Laubbäumen im Winter die Produktion praktisch zum Erliegen kommt, mit 500 Gramm pro Stunde: Der Bedarf eines Menschen schwankt gewaltig, abhängig von Körpergröße und Aktivität. Nehmen wir der Einfachheit halber einen Durchschnitt von 1000 Gramm pro Tag (42 Gramm pro Stunde), dann könnte ein Baum zwölf Menschen versorgen.

Werden weltweit Wälder gerodet, hat das einen großen Einfluss auf die CO₂-Konzentration in der Luft, sie liegt bei 0,04 Prozent. Den Anteil des Sauerstoffs am Luftgemisch verändert es aber kaum, weil er mit etwa 21 Prozent viel größer ist. Dieser Wert ist in einer Million Jahren nur geringfügig zurückgegangen – und der Mensch hatte nichts damit zu tun.

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