Vögel beobachten an der Aare

Ausgerechnet hier, im belächelten, weil unspektakulären Kanton Aargau, findet einen das Glück manchmal unverhofft. Unweit des Habsburger Städtchens Brugg, an der Alten Aare, die parallel zum großen Kanal ruhig vor sich hin mäandert, da und dort über Steinen gurgelt, andernorts scheinbar stillsteht.

Am schönsten ist es hier im Winter, wenn nur Nebelschwaden zwischen den Weiden und Pappeln hängen, kein Laub einem die Sicht durch den Auenwald auf die Inselchen versperrt und kaum Menschen auf dem Uferweg in Richtung Wildegg unterwegs sind. Da kommt es vor, dass plötzlich ein türkisfarbenes Etwas aufblitzt und das winterliche Grau-in-Braun erleuchtet. Ein Eisvogel.

So kommt man hin: Vom Bahnhof Brugg zu Fuß durch die Altstadt an die Aare. Die Wanderung nach Wildegg dauert drei Stunden. Gelbe Wegweiser beachten

Sarah Jäggi

Den Sommer vermissen am Kamp

Ach, Sommer! Dich schon wieder zu erwarten heißt, sich auf das Flussbad Plank am Unterlauf des Kamp zu freuen. Einen Ort, an dem die Zeit vor hundert Jahren stehen geblieben zu sein scheint. Gelegen an einer sanften Flussbiegung, ist das Gelände von einem rot-weiß gestrichenen, hölzernen Badehaus gekrönt. Drei Stufen führen hinunter zur Liegewiese, unter alten Bäumen sind ein paar Tische verstreut, die schon zu Großvaters Zeiten betagt erschienen sein müssen. Es gibt keine Öffnungszeiten, niemand verlangt Eintritt, in einem ambitioniert geführten Buffet gibt es rustikale Kost und die Produkte der umliegenden Weingärten.

Hier pflegt man, was anno dazumal unter Sommerfrische zu verstehen war: eine Idylle, die unbedrängt von dem umgebenden Alltag ist. Eine Szene aus einem Stück von Arthur Schnitzler könnte hier spielen, eine sommerliche Tändelei, in deren bittersüßer Romantik die Vergeblichkeit allen Strebens ruht.

Das Flussbad Plank ist so hoffnungslos altmodisch, dass der Besucher, hat er sich erst einmal niedergelassen, seine Gedanken fast zwangsläufig auf Zeitreise gehen lassen muss. Vor allem bei glühender Sommerhitze ist das kühle Refugium eine kleine Rettungsinsel. Die Reise mit dem Bummelzug gibt für sich genommen schon eine Vorstellung von der kommenden Gemächlichkeit: Hier ist man in einem Juwel der Entschleunigung angekommen.

So kommt man hin: Vom Franz-Josefs-Bahnhof in Wien mit dem Regionalexpress bis Hadersdorf am Kamp, dann umsteigen in den Regionalzug (Richtung Horn) bis Plank am Kamp

Joachim Riedl

Wasserspektakel an der Ruetz

Vom Talboden neben der Ruetz über Wasserfälle und Seen bis an den Rand der Gletscher: Der WildeWasserWeg im Stubaital führt auf drei Etappen den Fluss entlang. Was wir dabei lernen? Wasser ändert nicht nur seinen Aggregatzustand, sondern auch seinen Charakter. An einer Stelle ist es ein gemütlicher Bach, später eine tosende Masse. Wir passieren den Ruetz-Katarakt und kommen dem Grawa-Wasserfall so nah, dass wir das Gefühl bekommen, wir könnten ihn berühren.

Dieser Teil des Weges ist ein Spaziergang und für Bergnovizen locker zu schaffen. Selbst Kinderwagen schaffen es mühelos über die ausgebauten Wege. Wer noch nicht genug hat, kann weitergehen, sollte aber besseres Schuhwerk tragen. 22 Kilometer lang ist der Rundweg, 1250 Höhenmeter werden überwunden, und am Ende steht man am Fuß des Sulzenauferners, eines Gletschers in den Stubaier Alpen. Selten ist Wasser so beeindruckend und greifbar wie hier.

So kommt man hin: Vom Innsbrucker Hauptbahnhof mit dem Regionalbus 590  bis Ranalt

Florian Gasser