Mein Alpenkitsch

Im Jahr 2005 sollte ich für ein paar Konzerte von Zürich nach Sydney fliegen. Aber meine Geige war beschädigt. Da ich ein paar Tage lang nicht üben konnte, beschlossen mein Partner und ich, zum ersten Mal Zermatt zu besuchen.

Der Trip begann denkbar schlecht: In Zürich wurden wir im Bahnhofsrestaurant bestohlen. Als wir dann aber in Zermatt standen und das Matterhorn sahen – da waren wir hin und weg.

Vier Jahre später, ich lebte damals in London, bin ich aufgewacht und habe gedacht: Hey, ich will in den Bergen leben. In nur einem Monat hatte ich alles gepackt und bin nach Zermatt gezogen.

Heute sehe ich das Matterhorn von unserem Zuhause aus. In den ersten Monaten haben mein Partner und ich jeden Tag ein Foto gemacht. Bei Nebel, bei Schnee, am frühen Morgen, am Abend. Immer sieht der Berg anders aus.

In Zermatt kann ich auch wunderbar mit meinem Hund spazieren gehen. Ich habe einen Chihuahua, er heißt Maximus. Für ihn würde ich alles tun. Ich liebe Tiere und lebe heute vegan. Dass mir meine Mutter einmal einen echten Pelzmantel gekauft hat, kann ich kaum glauben – aber gerade in Skiorten sieht man noch immer viele Leute, die Pelz tragen. Das ist beschämend!

Beim Umzug von London in mein neues Leben in den Alpen hat mich mein Hund Gaspard begleitet. Leider ist er verstorben. Seine Asche steht in einem Kästchen auf meinem Piano. Eines Tages werde ich wirklich Goodbye sagen und den letzten Ruheort für Gaspard finden müssen. Einen Ort, an dem wir schöne Momente geteilt haben, oben in den Bergen von Zermatt.