Die Geschichte des Schachs ist ohne Juden nicht denkbar, davon zeugen gerade in Deutschland der einzige deutsche Schachweltmeister Emanuel Lasker (1894–1921) ebenso wie sein großer Rivale Siegbert Tarrasch, wegen seiner Leitsätze auch "Lehrmeister Deutschlands" genannt. Dabei schauten beide weit über den Mikrokosmos Schach hinaus, Lasker als promovierter Mathematiker, der mit dem befreundeten Einstein dessen Relativitätstheorie diskutierte, Tarrasch als Arzt. Das bewahrte sie freilich nicht vor Verfolgung und Verunglimpfung in der NS-Zeit, was den deutschnationalen Tarrasch besonders traf. Natürlich galt das auch für jüdische Schachspieler in Bamberg, zuvorderst für den Justizrat Moses Höflein, einen herausragenden Problemkomponisten und Schachspieler, der 1938 sogar ein Fernturnier vor dem großen Paul Keres gewann, aber nach der Pogromnacht im November 1938 seine Lizenz einbüßte und 1940 auf die Philippinen floh. Erfreulicherweise gibt es indes in Bamberg seit 2014 ein alljährlich stattfindendes deutsch-jüdisches Blitzschachturnier, wobei die Israelitische Kultusgemeinde und der Schachclub 1868 zusammenwirken. Scha(ch)lom und masel tov! steht auf der Ankündigung.

In diesem Jahr kam es dabei zwischen Peter Krauseneck und Grigorij Moroz aus Weiden zu dieser Stellung: Moroz als Schwarzer dachte, durch den Angriff auf die weiße Dame den Läufer c3 zurückzugewinnen. Doch wie gewann Weiß am Zug augenblicklich?

Lösung aus Nr. 46:

Mit welchem fantastischen Zug konnte Schwarz seine scheinbar verzweifelte Lage (es drohen 1.Df8 matt und 1.Dxc6) wenden?

Nach 1...Se7!! gab Weiß auf. Nicht nur ist das Matt abgewendet und der Läufer c6 gedeckt, Schwarz droht auch selbst 2...Th1 matt (der Springer g3 ist gefesselt). Die einzig plausible Verteidigung 2.f3 scheitert an 2...Lxf3 3.Lg1 Tc2+