Nicht nur einmal musste August, den sie den Starken nennen, seine geliebten Edelsteine verpfänden lassen. Sie wanderten von Dresden aus in ein Bankhaus in Hamburg oder Rotterdam, und erst als der sächsische Kurfürst und König von Polen seine überschießende Kunstliebe ein wenig gezügelt hatte und sich die Kassen wieder füllten, kamen die Juwelen zurück ins Schloss. Wie kaum ein anderer Herrscher seiner Zeit war August auf das Schöne versessen, auf raffinierte Vasen, intrikate Schnitzereien, köstliche Malerei. Vor allem aber die Steine hatten es ihm angetan, Saphire, Smaragde oder Rubine. Als er 1719 auflisten ließ, wie viel dieser Kronschatz wohl wert sei, kamen mehr als 3,4 Millionen Taler zusammen. Eine Summe, mit der die sächsischen Herrscher gleich 13-mal die Dresdner Frauenkirche hätten errichten können.