Bereits zum 27. Mal fand die Deutsche Ärzteschachmeisterschaft in einem Kurbad statt, stets mit einem Casino in unmittelbarer Nähe des Spielsaals. Unwillkürlich denkt man da an die Worte von Siegbert Tarrasch, vor gut hundert Jahren neben Weltmeister Emanuel Lasker der beste Spieler der Welt, bei seinem Turniersieg 1907 im belgischen Seebad Ostende: "Man gelangte vom Eingang aus zunächst in eine prachtvolle Rotunde im indischen Stil, offenbar mit feiner Beziehung zur Herkunft des Schachspiels. Dies war der ernste und strenge Tempel der Schachgöttin Caissa. Daneben, nur durch einen Vorhang getrennt, befand sich das Allerheiligste, ein herrlicher Saal im pompejanischen Stil, in welchem die Göttin Fortuna mit rollender Kugel und fallender Karte waltete, das Reich des Roulette und Baccarat. Eine kuriose Zusammenstellung, Schach und Hasardspiel! Und doch, ich wüßte keine treffendere!"

Welcher Schachspieler wird da nicht zustimmend nicken?! Beim Gedanken an einen groben Fehler in Gewinnstellung oder eingedenk der Worte Savielly Tartakowers: "Der vorletzte Fehler gewinnt!" Stets gehen dem eigentlichen Ärzteturnier Simultanspiele von mir und einem anderen Großmeister voraus; heuer in Bad Homburg war dies Hajo Hecht, mit dem ich Jahrzehnte in der deutschen Mannschaft spielte. Hier drohte Schwarz nicht nur Dxd5, sondern auch De2+ mit Eroberung des Läufers. Wie konnte Hajo als Weißer indes ganz schnell gewinnen?

Lösung aus Nr. 48:

Mit welcher Kombination setzte Schwarz in vier Zügen matt?

Nach 1...Sf2+ 2.Ke1 Sd3++ (Doppelschach) 3.Kd1 (3.Kf1 Df2 matt) De1+! 4.Sxe1 gab es mit 4...Sf2 ein "ersticktes Matt"