Es war eine Sternstunde europäischer Demokratie. Vor sechs Jahren sammelte die Bürgerinitiative Right2Water stolze 1,8 Millionen Unterschriften für eine bessere Trinkwasserqualität in Europa. Die Aktion zwang die europäischen Institutionen, sich für ein Recht auf universellen Zugang zu Wasser und auf eine sanitäre Grundversorgung für alle EU-Bürger einzusetzen. Hintergrund waren Bestrebungen der EU-Kommission, den Markt für die Wasserversorgung zu liberalisieren. Doch dann kam der Protest: Erstmals trug eine Organisation genug Stimmen zusammen, damit ein europäisches Bürgerbegehren Rechtsfolgen hatte. Das ist seit 2012 in der EU grundsätzlich möglich. Wer eine Million Unterschriften sammelt und noch einige andere Bedingungen erfüllt, kann auf bestimmte Gesetze Einfluss nehmen.