Was ist die Kälte des herannahenden Winters gegen die Kälte in den Herzen der Menschen? Gerade an den dunkleren Tagen frage ich mich das immer wieder. Doch zum Glück haben manche Zeitgenossen ein großes Herz. Und bieten Wärme. Die sie zwar nicht spenden, aber doch wenigstens verkaufen.

So wie die vom Globus Baumarkt. In ihrem Werbeprospekt preisen sie eine "Mini-Heizung für die Steckdose" an. Leserin Nellie E. wies mich auf dieses elektrische Kleinod hin. Gerade mal faustgroß ist das Ding, und an den Strom gesteckt vertreibt es die eisige Kälte. Bis auf 32 Grad lasse sich die Temperatur mit diesem Gerät regulieren, steht im Online-Shop des Baumarktes, "sogar per Fernbedienung, bequem vom Sofa aus".

Man muss sich die Mini-Heizungen etwa so vorstellen wie jene Nachtlichter, mit denen junge Eltern ihren Kleinkindern die Furcht vor der Dunkelheit zu nehmen versuchen. Gleich groß sind sie allemal. Und genauso wenig, wie diese Lichtlein einen kompletten Raum taghell auszuleuchten vermögen, wird es einer Mini-Heizung wohl gelingen, diesen im Winter auf tropische 32 Grad zu erwärmen. Da kann man auf seinem Sofa so lange mit der Fernbedienung hantieren, wie man will. Dafür sind die Teile einfach zu klein. Und trotz ihrer 500 Watt Heizleistung zu schwach.

Wer schon mal unter einem Heizpilz am Weihnachtsmarkt gestanden hat, weiß, dass die Theorie besser ist als die Praxis. Ein halber Schritt zur Seite, und schon spürt man, wie flüchtig Wärme sein kann. In geschlossenen Räumen ist das zwar nicht ganz so dramatisch, aber Maxi-Wärme sollte man von einer Mini-Heizung auch nicht erwarten. Ob es deswegen ratsam ist, mehrere zu kaufen und eine komplette Steckdosenleiste mit diesen Dingern zu bestücken, überlasse ich Ihrer persönlichen Risikobereitschaft. Unter Umständen erleben Sie in Ihrer Hütte dann sogar eine echte Kaminfeuer-Atmosphäre (Achtung: Effekt vorübergehend, Versicherungsschutz überprüfen!). Ansonsten wäre die Anschaffung eines dicken Pullovers eine erwägenswerte Alternative.