Im Sommer gab es die erste Gelegenheit, sich A Rainy Day in New York anzuschauen, den 48. Spielfilm von Woody Allen. Es war eine Pressevorführung mit wenigen anderen Journalisten in Hamburg. Die Erwartungen waren eher niedrig. Seit vielen Jahren folgen auf vereinzelte Meisterwerke wie Match Point (2005) oder Midnight in Paris (2011) lange Durststrecken mit mittelmäßigen Komödien, die mit lauen Kalauern und überraschungsfreier Situationskomik hinterher sofort vergessen lassen, was man eigentlich gesehen hat. Der neue Woody-Allen-Film aber, der in der nächsten Woche in die Kinos kommt, ist auf derart dramatische Weise missraten, dass man ihn nicht so leicht vergessen wird. Man verdaut ihn nicht restbeständefrei wie freudloses Kantinenessen. Nein, der Film liegt schwer im Magen, für viele Tage.