Ein später Novembervormittag an der Humboldt-Universität Berlin. Rahel Jaeggi, Inhaberin des Lehrstuhls für Praktische Philosophie, stellt für das Gespräch ihr Büro zur Verfügung, in dem gerade der Schreibtisch des Philosophen Friedrich Hegel zwischengelagert wird. Harald Welzer, Sozialpsychologe und Direktor von Futurzwei, der Stiftung Zukunftsfähigkeit, entdeckt ihn sofort. Ob er sich da mal dransetzen dürfe? Klar. Jaeggi macht ein Foto. Dann geht sie Tee holen und einen Kaffee für Harald Welzer. Wir breiten das Datenmaterial auf dem Tisch aus, das wir in den kommenden zwei Stunden diskutieren wollen. Es geht um die Ikone des Jahres 2019: Greta Thunberg, die Bewegung Fridays for Future. Und um die Frage, die beide Wissenschaftler schon lange beleuchten: Wie wollen wir in Zukunft leben?