Die Schriftstellerin Meral Kureyshi arbeitet an ihrem zweiten Roman

Sie schreibe gegen das Unbehagen an und gegen alles, was sie quäle, hat die Berner Schriftstellerin Meral Kureyshi einmal gesagt. Aber auch alles andere, was sie bewegt, "im Schönen wie im Schweren", hält sie fest. In Notizheften, auf Fresszetteln, später im Computer. Ihr Roman Elefanten im Garten handelt von einer türkischstämmigen Familie, die – wie sie selbst – in den 1990er-Jahren aus dem Kosovo in die Schweiz geflüchtet ist. Von Baba, dem Vater, der den Daheimgebliebenen schreibt: "Als ich in Zürich ausstieg, küsste ich den Boden." Von Anne, der sehbehinderten Mutter, die ihre Kinder an die neue Sprache und ans Erwachsenwerden verliert. Und vom neunjährigen Mächen, das durch die fremde Welt taumelt und sich all das herbeifantasiert, was ihm fehlt: Ferien, Kleider, Autos – und Elefanten im Garten. Das Buch wurde mehrfach ausgezeichnet und in verschiedene Sprachen übersetzt. Nun arbeitet die 36-jährige Meral Kureyshi an ihrem zweiten Roman. Die fünf Jahreszeiten erscheint im Sommer.
JAS

Der Rap-Star Loredana Zefi hat einen Millionen-Deal und einen Prozess am Hals

Jetzt kennt sie jedes Schweizer Kind: Loredana, das ist die mit der Fendi-Sonnenbrille und den "Händen voller Cash", die mit dem "gefickten Leben". Es war ein Jahr wie auf der Achterbahn für die 24 Jahre junge Rapperin aus Emmenbrücke. Sie wurde Mutter, unterschrieb einen Drei-Millionen-Euro-Label-Deal und wurde am 7. Mai von der Luzerner Polizei abgeführt. Zwei Dutzend Polizisten sind in jener Nacht bei ihr vorgefahren und durchsuchten die Wohnung. Die Szene könnte aus einem ihrer Musikvideos sein, in denen sich die Kosovo-Schweizerin gern als Gangsterin inszeniert. War die Songzeile "Ich nehm dir dein Cash weg" vielleicht ernst gemeint? Loredana wird vorgeworfen, sie habe eine Walliserin um mehrere Hunderttausend Franken betrogen. Das Verfahren läuft, es gilt die Unschuldsvermutung. Und als wäre das nicht schon genug, trennte sich Loredana im Oktober offiziell von ihrem Ehe- und Musikpartner Mozzik. Ihre Tour heißt nun nicht mehr "Bonnie and Clyde", sondern "King Lori".
AC

Die poetischen Songs von Elina Duni werden von Albanern in ganz Europa gefeiert

Abschied. Das ist das in immer neuen Variationen wiederkehrende Thema der Jazzmusikerin Elina Duni. Sie selbst verließ Albanien als Zehnjährige, lebte zunächst in Luzern, studierte dann Gesang und Komposition in Bern. Doch ihre Lieder reichen weit über das Biografische hinaus. Es ist eine universelle Form von Aufbruch, die sie manchmal allein, manchmal gemeinsam mit Schweizer Musikern zum Klingen bringt. Und die in ganz Europa gefeiert wird. Mit Partir gewann sie letztes Jahr in Brüssel den Klara Award für das beste internationale Album.

Duni vertont alte Gedichte und Volkslieder aus verschiedenen Sprach- und Kulturkreisen, etwa Moj e bukura More, ein Lied, welches die Albaner bereits vor 500 Jahren sangen, als viele von ihnen nach Italien emigrieren mussten. "Wir alle sind potenzielle Migranten", sagte Duni gegenüber dem Radiosender Deutschlandfunk. "Es kann passieren, dass wir plötzlich alles verlieren. Von etwas weggehen – das muss jeder einmal im Leben."
ACH